Weihnachtsschmuck aus durch Bewusstsein verdichteten Lichtteilchen

Noch drei Tage bis Heiligabend – mit der Lieferzeit wird es also schon etwas knapp, aber vielleicht trifft dieser „energetisierte“ und „mit einem liebenden Schutzgebet“ versehene Weihnachtsschmuck ja den Geschmack des Einen oder der Anderen. Wobei… wirklich…? Naja, über Geschmack sollte man ja nicht streiten.

http://gabrielevongratkowski.de/cardboardheart_babychrist.html

Das Spannende an der glitzernden Scheußlichkeit ist das besondere physikalische Wissen ihrer Schöpferin Gabriele von Gratkowski, das in ihre Herstellung einfließt:

„Dass sich Materie als Träger für Information eignet, ist durch aktuelle Erkenntnisse in Quantenmechanik und Teilchenphysik bewiesene Tatsache und kommt nun zusehends in modernen Denk- und Heilweisen erfolgreich zum Einsatz.“

Dass sich Materie als Träger für Information eignet, war, um genau zu sein, sogar schon lange vor der Entwicklung der Quantenmechanik bekannt, zum Beispiel den Menschen, die vor 32.000 Jahren ihre Informationen über Wildtiere  auf der Felsmaterie der Chauvet-Höhle hinterlassen haben:

https://de.wikipedia.org/wiki/Chauvet-Höhle

Was das mit Quantenmechanik und Teilchenphysik zu tun hat, wird aber wohl Frau von Gratkowskis intuitiv empfangenes Geheimnis bleiben. Viel Sinn ist aus ihrer folgenden Erklärung jedenfalls nicht zu gewinnen: „Wir wissen heute sogar, dass die gesamte uns bisher bekannte Materie auf der allerkleinsten Quantenebene nur aus durch Bewusstsein bzw. Information verdichteten Lichtteilchen besteht.“ Nein, Materie besteht nicht aus verdichteten Lichtteilchen, sondern aus Protonen, Neutronen und Elektronen, und Bewusstsein spielt dabei schon gar keine Rolle. Auch mit Information hat die Entstehung von Materie nichts zu tun, außer vielleicht mit der Information, die in den Gesetzmäßigkeiten von Quantenchromodynamik und eletroschwacher Theorie stecken.

Treffender ist da schon der direkt folgende Satz auf Frau von Gratkowskis Werbeseite: „It’s MAGIC!“ Magic trifft es schon ganz gut, aber Hokuspokus wäre wohl das noch bessere Wort.

http://gabrielevongratkowski.de/
http://de.dawanda.com/product/72452403-shabby-chic-christbaum-herz-versilbert-jesuskind

Quantenmedizin im Fitnesscenter

Anlässlich meines Quantenquark-Vortrags bei den Säkularen Humanisten der gbs Rhein-Neckar in Heidelberg bekam ich einen Flyer eines Schwetzinger Fitnesscenters, mit der Anmerkung, das Studio sei normalerweise seriös… Es geht um sogenannte Bioresonanztherapie, also das Messen irgendwelcher elektromagnetischer Impulse, die ein lebender Körper aufgrund seiner Nerven- und Muskelaktivität zwangsläufig emittiert und das Zurückspielen irgendwelcher Antworten, die man sich ausgedacht hat, für die der menschliche Körper aber gar keine Sensoren hat. Begründet wird das – natürlich – mit Quantenphysik.

QuarkSchwetzingen

Physik hat also irgendwas zu tun mit den seit der Entdeckung der DNA vor 60 Jahren erledigten Morphogenesetheorien aus der Entwicklungsbiologie, die Rupert Sheldrake sinnloserweise aufgewärmt hat. Und überhaupt ist ja alles feinstofflich und Energie. Was das aber mit Quanten zu tun haben soll, sagt der Rest des Flyers auch nicht.

Dafür wird betont, dass sich die Bioresonanz positiv auswirkt auf „ausnahmslos jedes Beschwerdebild, jede Krankheit“. Na wunderbar – die nächste Therapie für alles.

Immerhin eine beruhigende Nachricht enthält das Pamphlet: „Die Bioresonanztherapie wird von der naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin (noch) nicht anerkannt. Sie ist daher weder eine Leistung der gesetzlichen, noch der privaten Krankenkassen.“ Hoffentlich bleibt das noch eine Weile so, aber man darf skeptisch sein.