Karl, mei‘ Trobbe – aber bitte nicht die von Karl Probst

„Karl, mei Trobbe!“ Als Skeptiker muss ich natürlich darauf aufmerksam machen, dass es höchst umstritten ist, ob Mama Hesselbach ihren berühmten Stoßseufzer jemals wirklich gesagt hat. Dass die Familie Hesselbach mir bis heute ein Begriff ist, obwohl die HR-Fernsehserie schon in meiner frühen Kindheit nur noch als Wiederholung lief, mag damit zu tun haben, dass auch mein Großvater eine kleine Firma hatte und von ihm in unserem Haus eigentlich immer nur als „der Chef“ gesprochen wurde. Der Ruf nach den Herztropfen ist aber nicht nur mir im Gedächtnis geblieben, sondern rund um Frankfurt 50 Jahre nach dem Ende der Serie immer noch ein geflügeltes Wort.

Karl, mei Trobbe. Das war auch so ziemlich das erste, was mir durch den Kopf ging, als ich anfing, mich mit den Behauptungen von Dr. med. Karl J. Probst zu beschäftigen. Nötig wurde das beim Versuch, dem Bürgermeister von Bergheim begreiflich zu machen, dass es keine gute Idee ist, die städtische Kongresshalle für einen Esoterikkongress mit vielfältigen Reichsbürger-Verbindungen zu vermieten. Karl Probst ist sicherlich einer der bizarrsten unter den Referenten, die für den Akasha-Congress angekündigt sind, wobei es mir fern liegt, eine Rangliste der Skurrilität innerhalb dieses Gruselkabinetts zu erstellen. Der Grund, warum er Jahre nach seiner Emigration nach Bolivien wieder auf Kongressen in Deutschland auftaucht, ist offenbar, dass er, wie er in einem Video, das uns hier noch beschäftigen soll, erklärt, eine Privatklinik in der Nähe von Dresden plant. Aktuell findet man ihn im Netz jedoch als Inhaber eines „Wellness-Energie-Zentrums“ in Trier.

Über Probsts politische Aktivitäten am rechten Rand habe ich schon im letzten Artikel geschrieben – das soll uns hier nicht noch einmal beschäftigen. Vielmehr möchte ich ein paar seiner Behauptungen ganz gezielt naturwissenschaftlich hinterfragen – vor allem solche, die auch sonst immer mal an den Rändern der Alternativmedizinszene auftauchen. Quantenquark im engeren Sinne ist nicht dabei: Ich habe den Eindruck, für eine Wiedergabe von Inhalten der Quantenphysik oder Relativitätstheorie, selbst in absurden Fehlinterpretationen, fehlt Probst schlicht das naturwissenschaftliche Verständnis.

Einen grundlegenden Überblick über die Inhalte, die Probst in letzter Zeit so verbreitet, hat die Kölner Skeptikerin Monika Kreusel für einen Artikel zusammengetragen, der bislang nur auf Facebook veröffentlicht ist und von dem ich hier als Einleitung zu Probst einige Passagen (natürlich mit ihrer Zustimmung) übernehmen möchte:

Am Wochenende nahm ich mir die Internetseite und einen Artikel über Biofilme vor, in welchem Dr. Karl J. Probst explizit neben Schwefel zur Darmsanierung Petroleum und Leichtbenzin empfiehlt. Ich habe also das Wochenende damit verbracht, mich über Biofilme zu informieren, deren tatsächliche mögliche Gefahren für die Gesundheit und die von diesem Naturheilarzt empfohlenen Behandlungsmethoden. Aber auch darüber hinaus habe ich recherchiert. Ich sah mich veranlasst dazu durch das auf seiner Internetseite eingefügte Video seines Interviews bei Jo Conrad, desweiteren wegen des Verweises auf Helmut Wandmaker und auch wegen einzelner Formulierungen in seinem Artikel über Biofilme in der von Helmut Wandmaker gegründeten Zeitschrift. Mal abgesehen von den Schreckensszenarien, die er zeichntet darin, so fragte ich mich, wessen Geistes Kind dieser Arzt eigentlich ist.

Bei dem Video handelt es sich um die folgende 50-minütige Interviewsendung des Reichsbürger-Aktivisten Jo Conrad mit Probst auf Conrads rechtsesoterischem Videoportal Bewusst.tv:

Wer viel Zeit und eine hohe Schmerztoleranz hat, kann sich das ansehen. Es ist… ach, man weiß nie, ob man lachen oder weinen, sich aufregen oder einfach resignieren sollte.

Nun will ich an dieser Stelle direkt zurück zu Dr. med. Karl Probst und dessen Vorstellungen zur Behandlung chronischer Krankheiten, wobei er wesentlich auch auf Darmsanierung und Entgiftung setzt. Bei der Darmsanierung empfiehlt er Schwefel, wobei er Paracelsus einen Pionier nennt. Das macht für mich deutlich, dass dieser Naturheilarzt, wie er sich selbst bezeichnet, gerne ungeachtet moderner evidenzbasierter Medizin auf alte Heilmethoden zurückgreift. Auch vor Paracelsus macht er dabei nicht halt.

Paracelsus wurde 1493 oder 1494 als Theophrastus Bombast von Hohenheim in Egg im Kanton Schwyz geboren und starb am 24.09.1541 in Salzburg. Seit 1529 nannte er sich Paracelsus. Zu seiner Zeit gab es unsere moderne Medizin nicht. Eigentlich ist es überflüssig, das ausdrücklich zu erwähnen.

Es befremdet mich daher, das heute in der Gegenwart ein Arzt auf Darmsanierung zur Behandlung von Krankheiten setzt, dabei Paracelsus als Pionier bezeichnet, während er den Gebrauch von Schwefel empfiehlt und das ganze im Kontext von Biofilmen. Paracelsus war zu seiner Zeit gewiss weit entfernt von Kenntnissen über Biofilme und wie mit ihnen umzugehen sei bei der Behandlung von Krankheiten.

Das ist allerdings nicht die einzige fragwürdige Therapie, für die Probst wirbt:

Zum letzteren wären die genannten fragwürdigen vermeintlich natürlichen Heilmethoden zu nennen. So lobt er Jim Humble für die als Mineral Miracle Supplement (MMS) bezeichnete bei Einnahme gefährliche Chemikalie Chlordioxid als „Therapie von Krankheiten aller Art“ und begründet dies mit der „antimikrobiellen Wirksamkeit“. Dieser Arzt erklärt allen Ernstes, diese ätzende und keinesfalls zur Einnahme geeignete und schon gar nicht als Arzneimittel zugelassene Chlorbleiche sei, ich wiederhole es, eine Therapie von Krankheiten aller Art. Dabei spricht er auch selbst das Verbot von MMS in Europa und in den USA an, nicht etwa zum Schutz vor Vergiftungen und Verätzungen, sondern als Hilfe für die Medizinindustrie, wie er meint. Das sah das Landgericht Hildesheim im vergangenen Herbst anders, als es jemanden wegen des Verkaufs von MMS zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte.

Eine weitere Methode, die sehr wohl unter Umständen, bei Arteriosklerose nämlich, gefährlich werden kann, ist die Chelat-Therapie, von der er behauptet, diese habe sich seit Jahrzehnten bewährt im naturheilkundlichen Bereich „bei allen Arten chronischer und invalidisierender Erkrankungen“. Da sind wir eindeutig bei der Pseudomedizin. Es gibt eine einzige wirkliche medizinische Indikation für eine Chelat-Therapie mit EDTA und zwar eine schwere (!) nachgewiesene Vergiftung durch Schwermetalle.

Eine solche Behandlung ist aufwendig, langwierig und teuer. Das weiß auch Dr. med. Karl J. Probst, womit ich dann gleich auch zum Petroleum komme.

„Allerdings benötigt die Chelattherapie therapeutische Begleitung durch einen Arzt oder Heilpraktiker und ist zudem sehr teuer. Deshalb sollen nachstehend einige weitere höchst wirksame Therapien angegeben werden, die jedermann zu Hause allein durchführen kann ohne auf Therapeuten irgendwelcher Art angewiesen zu sein. Es ist sozusagen die Hohe Schule der Befreiung vom gesamten Medizinsystem. “

[…]

„Allerdings wirken die Erdölprodukte wie Petroleum oder Leichtbenzin noch schneller als Schwefel, vermutlich durch die direkte Zerstörung der Biofilme der Mikroorganismen, und können daher als Panazee, also als Universalheilmittel, bei Erkrankungen aller Art wirksam sein.“

Nun habe ich aber genug zitiert und möchte auf ein paar der von Probst propagierten Ideen etwas genauer eingehen. Dass er gleich von mehreren Therapien behauptet, sie seien zur Behandlung buchstäblich aller Krankheiten geeignet, ist für jemanden, der Medizin studiert haben soll, natürlich schon haarsträubend genug, aber ein paar Punkte aus seiner Gedankenwelt lohnen schon einen genaueren Blick. Dazu hangele ich mich der Einfachheit halber (mit Zeitmarken) an seinem Interview mit unserem alten, äh… Freund Jo Conrad entlang:

  • Die berühmte Übersäuerung: (5:00) „pH-Wert von 0 bis 7 ist sauer, das ist eben nicht gesund, da kann Krankheit überhaupt sich ansiedeln. pH-Werte von 7 bis 14 sind alkalisch, und das hat sich inzwischen selbst in der Schulmedizin herumgesprochen, dass der pH-Wert des Körpers von Bedeutung für die Gesundheit ist.“ Wer, wie offenbar Herr Probst, Zweifel daran hat, dass ein zu hoher pH-Wert für den Körper genauso schädlich ist wie ein zu niedriger, möge sich bitte vor Augen führen, was Abflussreiniger – pH-Wert 14 – aus den im Küchenabfluss steckengebliebenen Lebensmittelresten macht. Ansonsten regelt unser Stoffwechsel den pH-Wert praktisch überall im Körper mit hoher Genauigkeit selbst. Das ist auch notwendig, weil eben viele chemische Reaktionen nur im richtigen pH-Bereich in der notwendigen Form und Geschwindigkeit ablaufen. Das tut der Körper sehr effektiv. Nahrung zum Beispiel wird bei der Verdauung zunächst durch die Magensäure auf pH-Werte um 2 gebracht, dann neutralisiert und hat dann im Darm einen basischen pH-Wert von ungefähr 8. Kurzfristige Schwankungen sind zum Beispiel in Muskeln möglich, wenn bei starker Beanspruchung zu wenig Sauerstoff im Muskel ankommt und die Muskelfasern als kleine Energiereserve eine chemische Reaktion nutzen, bei der Milchsäure produziert wird. Das spürt man als brennenden Muskelschmerz bei Überlastung (nicht etwa später als Muskelkater – der hat offenbar mit der Milchsäure nichts zu tun). Dagegen hilft: Belastung reduzieren, Atmen. Sobald genügend Sauerstoff vorhanden ist, wird die Milchsäure langsam wieder abgebaut. Deutlich schlimmer ist es, wenn der Säuregehalt im Blut nicht mehr richtig geregelt werden kann. Eine solche metabolische Azidose tritt als Folge schwerer Erkrankungen (unbehandelter Diabetes, Nierenversagen, akute Vergiftungen, extremer Durchfall) auf und ist ohne sofortige Behandlung lebensbedrohlich.
    Die zur Zeit allgegenwärtige „Übersäuerung“ hingegen ist eine Modediagnose der Heilpraktikerszene. Pardon, „Diagnose“ sollte man in diesem Kontext unbedingt in Anführungszeichen setzen, denn mit einer einer Diagnose wie in der seriösen Medizin hat das nichts zu tun. „Die Symptome einer langsam entstandenen Übersäuerung sind vielfältig und nicht sehr spezifisch,“ ist dazu auf einschlägigen Seiten wie www.saeure-basen-ratgeber.de zu lesen. Vorsichtshalber wird dazu auch gleich angemerkt, dass eine tatsächliche Messung des pH-Werts im Blut durch den Arzt (aus den oben genannten Gründen) sehr wahrscheinlich keine Abweichung anzeigt. Stattdessen wird zum Führen eines Ernährungstagebuchs geraten, in dem Nahrungsmittel nach einer Tabelle in Säurebildner und Basenbildner eingeteilt werden – andere Seiten verwenden etwas offener gleich die bezeichnenden Begriffe Gut und Böse. Die entsprechenden Tabellen sind auch einigermaßen bizarr: Es fehlen nicht nur jegliche quantitativen Angaben (woher sollten die auch stammen?), auch die Zuordnung der Lebensmittel zur einen oder anderen Seite wirft Fragen auf. Was saurer Rhabarber oder Sauerampfer bei den „basischen“ Lebensmitteln zu suchen haben, kann man ja eventuell noch dadurch erklären, dass sie angeblich zu irgendwas Basischem verstoffwechselt werden, aber „Wilde Kräuter“??? Für die basenfastenden Heilpraktiker wirken offenbar alle Kräuter gleich. Kleiner Spoiler zu den Tabellen noch: Alles, was man für gewöhnlich gerne isst, ist natürlich böse. Schokolade ist nach der einen Tabelle selbstverständlich böse, nach der anderen zwar säurebildend, aber trotzdem gut – aber nur, wenn sie selbst hergestellt ist. Entstanden sein sollen die Tabellen durch die Messung des pH-Werts im Urin nach dem Verzehr der jeweiligen Lebensmittel. Da der Urin eben die Reststoffe abführt, die übrig bleiben, nachdem der Körper unter anderem seinen pH-Wert stabisiert hat, und da der Körper auch keinen Grund hat, den Säuregehalt dessen zu regeln, was er ohnehin ausscheidet, verwundert es nicht, dass der pH-Wert dort je nach Nahrung etwas schwanken kann. Um so unklarer ist aber, wozu es gut sein soll, ausgerechnet einen basischen Urin zu haben – leicht saurer Urin schützt nämlich vor Blasenentzündungen, weshalb man die, wenn sie häufiger auftreten, auch mit harnansäuernden Mitteln behandelt. Ein basischer Urin (allerdings auch ein extrem saurer) begünstigt auch die Bildung von Nierensteinen.
    Probst hat für das nicht existierende Problem der Übersäuerung auch gleich eine Rosskur parat und empfiehlt (5:54) schlicht die Einnahme von Natron. Natron wurde früher gegen Sodbrennen verwendet. Es ist (ausnahmsweise tatsächlich) basisch und neutralisiert die Magensäure. Dabei enststeht allerdings Kohlendioxid, was nicht nur zu Blähungen führen, sondern auch das Sodbrennen verstärken kann. Außerdem kann Natron die Magenschleimhaut schädigen, weshalb man heute lieber Mittel verwendet, die die Bildung neuer Magensäure reduzieren.
  • Elektronen und das Redoxpotential: (ab 5:22) „Wir brauchen viele Elektronen, freie Elektronen in einem System, alle Stoffwechselvorgänge brauchen Elektronen.“ Probst erklärt hier, wir bräuchten für unsere Stoffwechselvorgänge Stoffe mit einem negativen Redoxpotential, die also in chemischen Reaktionen Elektronen abgeben oder, anders ausgedrückt, oxidiert werden können. Da hat er Recht. Oxidiert werden können in unserem Stoffwechsel vor allem Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Wenn man das pseudophysikalische Geschwafel weglässt, sagt Probst hier also folgendes: Damit unser Stoffwechsel funktioniert, brauchen wir Nahrung. Immerhin, das hat er verstanden.
    Dann (7:00) ist es mit der Nachvollziehbarkeit seiner Argumentation allerdings auch wieder vorbei. Um Elektronen aufzunehmen, empfiehlt er nämlich auch Barfußlaufen in feuchtem Gras oder am Strand. Die Erde sei nämlich ein großer Kugelkondensator, an desssen Oberfläche wir über die Fußsohlen Elektronen aufnehmen. Nein, Herr Probst: Der Erdboden ist, wie schon aus dem Begriff hervorgeht, geerdet. Die Luftionisatoren, die er gleich im Anschluss anpreist, sollen uns auch Elektronen zuführen, die den gleichen Zweck erfüllen sollen wie die, die wir mit der Nahrung zu uns nehmen. Nun mag es stimmen, dass negativ geladene Ionen, das man zum Beispiel einatmet, Elektronen abgeben. Das passiert allerdings nicht in Form einer Redox-Reaktion, sondern die Elektronen erzeugen schlicht eine statische Aufladung, und sobald man eine leitende Verbindung zum Erdboden hat, fließen sie dorthin ab. Der Sinn von Luftionisatoren ist einfach nur, Staubpartikel statisch aufzuladen, so dass sie sich schneller absetzen.
    Als nächstes (9:30) erklärt Probst dann, dass Zucker (natürlich) schädlich ist, und widerspricht damit genau seiner Argumentation von eben, denn Zucker kann der Körper sogar ganz hervorragend oxidieren.
  • Schwefel zur Darmsanierung (ab 10:27): Zu sogenannten Darmsanierungen kursiert im Moment mal wieder aller möglicher Unsinn. Probsts weitgehendes Alleinstellungsmerkmal dabei ist seine Schwefelkur. Zunächst mokiert sich Probst über Warnungen vor der Gefährlichkeit von Schwefel, und Interviewer Jo Conrad probiert dazu plakativ auch gleich eine Fingerspitze voll Schwefel direkt aus der Tüte.  (15:00) Dieser Schwefel tötet laut Probst gezielt genau die bösen Darmbakterien ab, die angeblich die Darmwand durchlöchern, so dass unverdaute Speisen ins Körperinnere gelangen können. Dieses sogenannte Leaky-Gut-Syndrom (löchriger Darm) ist eine derzeit häufig präsentierte Begründung für „Darmsanierungen“, wobei zu einer schlüssigen Diagnose ebenso wenig zu finden ist wie zu belastbaren Nachweisen, dass diese Krankheit überhaupt existiert. Mit dem angeblichen Leaky Gut sollen durch den Schwefel auch „alle anderen Beschwerden, bis hin zur multiplen Sklerose, auch Krebs“ sowie Rheuma und chronische Müdigkeit zurückgehen. Ein diagnostisches Mittel, um zu erkennen, wann man die Behandlung abgeschlossen hat, nennt Probst auch: „Solange es unanständig riecht, wissen Sie, da brauchen Sie gar keinen Doktor, keine Darmspiegelung, keine Stuhluntersuchung, nichts, da wissen Sie, o Weh, o Weh, da sind noch Bösewichter, die noch weg müssen.“ (13:50)
    Nun riechen aber bekanntermaßen menschliche Fäkalien und die in gleicher Richtung entweichenden Gase eigentlich immer unangenehm. Grund dafür sind vor allem die Schwefelatome, die in den Eiweißmolekülen unserer Nahrung vorkommen. Wenn das Eiweiß (vom Körper oder von Darmbakterien) als Energie verwertet wird, bleibt dieser Schwefel in Form einfacher Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Schwefeldioxid übrig und entweicht dann mit den bekannten olfaktorischen Showeffekten. Wir haben in unserem Verdauungstrakt also ohnehin ständig einen Überschuss an nicht verwertetem Schwefel. Zusätzlich noch etwas elementaren Schwefel zuzuführen, kann daher die stinkenden Gase allenfalls noch etwas vermehren. Deswegen steht im Sicherheitsdatenblatt  von Schwefel auch nicht etwa, dass der Stoff giftig sei, sondern dass man nach Verschlucken lediglich den Mund ausspülen und nur im Fall von Unwohlsein einen Arzt anrufen solle. Immerhin ist beim Verschlucken größerer Mengen unter Umständen mit Blähungen zu rechnen, die in diesem Fall auch für sich in der Nähe aufhaltende Personen besonders unangenehm sein könnten. Womit Probst die angeblich wunderbare, selektive Wirkung seines Schwefels ausgerechnet auf die angeblich die Darmwand durchlöchernden Bakterien nachgewiesen haben will, bleibt hingegen im Dunkeln. Plausibel ist sie angesichts des ohnehin im Darm schon im Überfluss vorhandenen Schwefels jedenfalls nicht.
  • Petroleum, Benzin und Terpentin als Heilmittel: Ab 20:00 erklärt Probst zur Giftigkeit seiner Heilmittel: „Alles, was uns irgendwie madig gemacht wird […] immer das Gegenteil denken!“ Als Beispiele nennt er neben seinem Schwefel auch Petroleum und Terpentin und verweist auf einen eigenen Artikel, in dem er zur Einnahme von Schwefel, Petroleum und Leichtbenzin erklärt: „Jedermann kann sich im Internet über diese Therapien selber informieren und auf eigene Verantwortung einen Therapieversuch starten.“ Das empfiehlt er „als Universalheilmittel, bei Erkrankungen aller Art“ und erklärt: „Es ist sozusagen die Hohe Schule der Befreiung vom gesamten Medizinsystem.“
    Wie schädlich sind diese Stoffe, die uns da „madig gemacht“ werden, also tatsächlich? Über Benzinvergiftungen gibt es viele Quellen, aber sucht man im Internet nach Informationen über die Giftigkeit von Petroleum, findet man – erst einmal nicht viel, weder in der einen noch in der anderen Richtung. Das liegt vor allem daran, dass einerseits heute kaum mehr jemand in seinem Alltag mit Petroleum in Kontakt kommt, anderseits auch kaum ein geistig gesunder Mensch von sich aus auf die Idee kommen würde, die stinkende Brühe zu trinken. Im Sicherheitsdatenblatt findet sich immerhin die Information: „Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein“ sowie der toxikologische Hinweis: „Einatmen konzentrierter Dämpfe sowie orale Aufnahme führen zu narkoseähnlichen Zuständen und zu Kopfschmerzen, Schwindel, etc.“ Das meint Probst wohl mit „madig machen“.
    Ausführlichere Hinweise findet man im Netz vor allem zu Lampenöl – aber das ist nicht dasselbe wie Petroleum, obwohl es in Wikipedia anders steht und man auch heute noch gelegentlich von Petroleumlampen spricht. Lampenöl ist (seit es nicht mehr parfümiert werden darf, um die Gefahr des Verschluckens durch Kinder zu reduzieren) in der Regel reines Paraffinöl. Paraffinmoleküle sind Ketten von Kohlenstoffatomen, die rundum vollständig von Wasserstoffatomen gesäumt sind. Paraffine sind bei entsprechender Erhitzung brennbar, aber ansonsten so reaktionsträge, dass sie, einmal glücklich im Magen angelangt, den Verdauungstrakt in kleineren Mengen weitgehend wirkungslos und unverändert durchlaufen. (Ihren liebsten „wie geschmiert“-Witz können Sie hier gerne selbst einsetzen.)
    Von Paraffinöl geht aber, wie auch von den drei oben genannten Substanzen, eine Gefahr aus, die mit unmittelbarer Giftigkeit eigentlich nichts zu tun hat: Bei solchen sehr dünnflüssigen Ölen (Speiseöle sind in der Regel viel dickflüssiger) kann der Kehldeckel nicht verhindern, dass beim Schlucken Teile der Flüssigkeit in die Luftröhre geraten. Da die Schutz- und Transportmechanismen der Atemwege auch nicht geeignet sind, solche Öle wieder auszuwerfen, können sie sich bis in die Lunge ausbreiten und dort eine unter Umständen tödliche Lipidpneumonie (auch das Hauptrisiko für Artisten beim Feuerspucken) auslösen. Bei Kindern, die von Lampenöl getrunken haben, soll eine Lipidpneumonie in 40 Prozent aller Fälle vorkommen. Bei Erwachsenen wird beim Schlucken von 25 Millilitern (also einem guten Schnapsglas) solcher Öle von der Gefahr schwerer Lungenschäden ausgegangen. So viel Petroleum, Terpentin oder Benzin werden hoffentlich auch Probsts Anhänger nicht auf einmal zu sich nehmen. Da diese Substanzen aber kaum verdunsten, können sie sich bei längerfristiger Einnahme auch in der Lunge anreichern.
    Petroleum, auch „gereinigtes“ Petroleum (Oleum Petrae album rectif.), besteht aber eben nicht nur aus Paraffinöl, sondern ist ein buntes Gemisch von so ziemlich allem, was im Erdöl vorkommt und bei Temperaturen zwischen 160 und 280 Grad verdampft. Es enthält also letztlich alles, was in der Raffinerie zwischen dem leichteren Benzin und dem schwereren Diesel oder Heizöl anfällt. Damit enthält Petroleum unter anderem auch alle Bestandteile des Kerosins Jet A-1, das als Standardtreibstoff für Verkehrsflugzeuge eingesetzt wird. Häufig werden die Begriffe Petroleum und Kerosin auch als gleichbedeutend verwendet, obwohl bei der Gewinnung von Kerosin für Flugzeuge eine niedrigere Obergrenze der Verdampfungstemperatur gewählt wird. In Kerosin ist also nur ein Teil dessen enthalten, was alles im Petroleum steckt. Ein großer Teil dieses Gemischs besteht tatsächlich aus Paraffinen und den ähnlich reaktionsträgen Cycloalkanen, es enthält aber auch ringförmige Strukturen von Kohlenstoffatomen mit weniger Wasserstoffatomen, sogenannte Aromate. Diese Aromate verursachen unter anderem den typischen Benzin- und Ölgeruch, sind zum großen Teil giftig und vor allem krebserregend. Das bekannteste Aromat im Petroleum ist Naphthalin, das inzwischen nicht einmal mehr in Mottenkugeln verwendet wird und aus Fußböden oder Dämmstoffen die Luft in vielen öffentlichen Gebäuden vor allem der ehemaligen DDR verpestet. Im Benzin, das Probst ja ebenfalls zum Selbstversuch empfiehlt, ist vor allem das giftige und krebserregende Benzol enthalten.
    Mit Terpentin meint Probst vermutlich Terpentinöl, denn das eigentliche Terpentin,  frisches Harz, aus dem dieses Öl destilliert wird, wird kaum jemand trinken wollen. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach angezapfter Baumart. Als ätherisches Öl hat Terpentinöl mit den anderen genannten Substanzen wenig gemeinsam und wird in der seriösen Pflanzenheilkunde durchaus verwendet, allerdings äußerlich zum Einreiben.  Dennoch kann es Hautreizungen und beim Einatmen der Dämpfe Entzündungen der Atemwege auslösen. Früher wurde es auch als Farbverdünner und Pinselreiniger verwendet, später aber aus Kostengründen durch Universalverdünner aus Mineralöl, sogenannten Terpentinersatz, verdrängt – womit wir wieder beim Benzin wären.
    Karl, mei Trobbe!
  • Die bösen Biofilme: Die Begründung, die Probst dafür liefert, dass man Petroleum trinken solle, sind angeblich gefährliche Biofilme im Darm. Biofilme sind dünne, schleimige Schichten an Oberflächen von Flüssigkeiten oder Festkörpern, in denen gleiche oder unterschiedliche Mikroorganismen (Bakterien, Algen, Pilze, Einzeller) jeweils eine Lebensgemeinschaft bilden. Im Biofilm ist die Vermehrung und Fortbewegung der Mikroorganismen gebremst und das Nahrungsangebot begrenzt; dafür bietet die Schicht einen gewissen Schutz vor dem Immunsystem sowie vor chemischen Bedrohungen wie Antibiotika oder sogar Desinfektionsmitteln. Andererseits ernähren sich bestimmte Schnecken, Fische und Krebstiere dadurch, dass sie gezielt Biofilme abweiden. Biofilme sind aber nicht nur biologisch relevant, sondern können zum Beispiel auch Fragen für den Denkmalschutz aufwerfen. Sie kommen fast überall vor und sind alles andere als eine neue Herausforderung für den Menschen: Seit Beginn der Evolution der Tiere existieren Biofilme um uns herum, auf uns und in uns, und möglicherweise sind auch die Zellen höherer Lebewesen ursprünglich aus Biofilmen entstanden. Anders als gelegentlich behauptet wird, sind sie auch keine neue Entdeckung. Zahnbelag, Pilzinfektionen auf Schleimhäuten, Algenteppiche auf Gewässern und so weiter sind seit Jahrhunderten bekannt. Neu ist nur, dass man alle diese Phänomene seit den 1990er Jahren unter einem gemeinsamen Blickwinkel und eben dem Begriff Biofilm betrachtet. Dadurch bietet sich diese scheinbar neue Entdeckung natürlich dafür an, mit dem Begriff allerlei Schindluder zu treiben. Wie wenig Ahnung Probst von Biofilmen hat, beweisen Aussagen wie: „Der Biofilm hat eine Polarität, und zwar ist er negativ geladen.“ Das ist nicht nur physikalisch Unsinn – die Wahrheit wäre sehr einfach in entsprechenden Studien nachzulesen gewesen.
    Da im Darm nicht nur einige möglicherweise ungewollte, sondern auch die lebensnotwendigen Mikroorganismen in Biofilmen vorkommen, wäre es jedenfalls definitiv nicht wünschenswert, alle Biofilme im Darm aufzubrechen, wie es Probst dem Petroleum (ungerechtfertigterweise) zuschreibt. Es gibt sogar den Ansatz, durch spezielle Gelatine gezielt solche Biofilme im Darm zu fördern, die die Ansiedlung schädlicher Colibakterien hemmen sollen.
    Nebenbei empfiehlt Probst gegen Biofilme und „zur erfolgreichen Therapie von Krankheiten aller Art“ auch noch die berüchtigte Chlorbleiche MMS. Einer der zwei Hauptbestandteile von MMS, Chlordioxid, wird tatsächlich erfolgreich eingesetzt, um Biofilme von Legionellen zu bekämpfen – die findet man allerdings in der Form nicht im Menschen, schon gar nicht im Darm, sondern in Rohrleitungen.
    Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass alle therapeutisch versuchten Einflussnahmen auf die Darmflora Eingriffe in ein hoch komplexes, bis heute nur in Teilen verstandenes aber zum Glück weitgehend selbststabilisierendes System sind. Was dabei genau unter welchen Bedingungen wie wirkt, muss jeweils nach wissenschaftlichen Grundsätzen in randomisierten, prospektiven, placebokontrollierten Interventionsstudien nachgewiesen werden, bevor man damit auf Patienten losgeht. Für die Rosskuren, die Probst und Konsorten propagieren, fehlen solche Nachweise natürlich völlig.

Weiter hinten im Video behauptet Probst dann auch noch, Algenkapseln (die mit seinem Namen verkauft werden) könnten Gifte aus dem Bindegewebe lösen (um 30:00). Danach (um 40:00) stellt er noch einmal seine, äh, besonderen naturwissenschaftlichen Kenntnisse zur Schau, indem er erklärt, wenn Heilerde zu fein vermahlen würde, könnten dadurch die enthaltenen Aluminiumatome aus dem Kristallgitter herausgelöst werden. Ich erlaube mir, mich und den Leser mit Details wenigstens zu diesem Unsinn zu verschonen.

Wie gut, dass sich Herr Probst nach eigener Aussage nicht mit esoterischem Geschwafel beschäftigen will: „Mich interessiert nur die wissenschaftliche Primärliteratur!“ (10:20) Vielleicht sollte er erst mal mit Lehrbüchern anfangen. Ich könnte da was empfehlen:

44 Gedanken zu „Karl, mei‘ Trobbe – aber bitte nicht die von Karl Probst“

  1. Danke für den gut rechercheirten Artikel. Ich hatte vor jahren eine an Krebs erkrankte pat. zur Psychotherapie, die sich täglich einen Teelöffel Petroloeum einflößte, um den Krebs mit großen Lebermetatasen zu bekämpfen. Nur mit viel Mühe habe ich sie von diesem extrem leberschädigenden Gift abbringen können. Es hat letzlich ihren tragischen Krankheitsprozess in keiner Weise beeinflussen können.
    In der ländlichen Gegend, wo ich praktiziere, hat leider die Aufklärung es seit 1798 nicht geschafft in die Köpfe vorzudringen. Kirche und Fürscht bestimmen das Denken von Kindesbeinen an. Frauenemanzipation hat es auch nicht geschafft. Der BR hat sich bei kritischen Sendungen aus der ARD abgeschaltet. Das „Tal der Ahnungslosen“ in Dresden ist dem gegenüber noch harmlos gewesen.
    Herrgott, schmeiss Kleingeld, ich kann nicht wechseln !
    Bitte darum, meinen Namen in diesem jahr noch anonym zu behandeln, da ich noch praktiziere.
    Gruß aus dem Krater

    1. Es gibt studierte Ärzte, die an die heilende Wirkung von Zitronensaft glauben … und es existieren Todkranke, die nach jedem Strohhalm greifen. Ein Extrem jagt das andere.
      Letztendlich war ich ein von der Schulmedizin krank gemachter, „austherapierter“ Patient. Das Schubladendenken der meisten, so genannten, Ärzte entsetzt mich heute noch.
      Sie, nicht verehrter Autor dieses Artikels, sind Theoretiker, behandeln keine Patienten und haben die Methoden nicht ausprobiert. Also hören Sie denen zu, die sich das zutrauen.
      Mir hat Dr. Probst mit seinen Empfehlungen das Leben gerettet. Das ist eine unleugbare Tatsache. In der Behandlung von Krankheiten werden grundsätzlich Gifte eingesetzt. Die Dosis und Darreichung macht den Unterschied. Nehmen Sie ihre Herztropfen … wir anderen werden einfach gesund.

  2. Danke für den Artikel. Ich bin auch gerade über ein Interview mit diesem angeblichen Arzt gestolpert. Als er von Terpentin etc. sprach, dachte ich an das Terpentin meines Vaters, der damit seine Pinsel reinigte, dies oft so unachtsam, dass seine Fingerkuppen dabei verätzten. Das kann doch nicht wahr sein, dass jemand ungestraft solche Gifte als Heilmittel empfiehlt? Und dass der Mann dann auch gleich mehrfacher Akademiker sein soll, lässt mich an einen Hochstapler denken. Könnte man dem nicht einmal nachgehen? Ich bin zwar aufgeschlossen für Naturheilmedizin, aber bei solchen Giften frage ich mich schon, inwiefern dadurch Menschen zu Schaden kommen und warum diesem Treiben keinen juristischer Riegel vorgeschoben wird. Liebe Grüße aus der Schweiz, Evelyne

    1. Die Schwelle ist sicherlich relativ hoch, dass einem Arzt die Approbation entzogen wird. Das prominenteste Beispiel war sicherlich Ryke Geerd Hamer.
      Kleine inhaltliche Anmerkung: Was Ihr Vater zum Pinselreinigen verwendet hat, war (jedenfalls wenn das in den letzten 50 Jahren war) sehr wahrscheinlich sogenannter Terpentinersatz – letztlich eine Form von Benzin. Echtes Terpentin wird dazu schon aus Kostengründen eher nicht mehr verwendet. Schlucken wollen würde ich allerdings weder das eine noch das andere.

    2. Sie haben wohl den Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden. Dr Probst spricht vom natürlichem aus dem Kieferharz destilliertem Terpentin und nicht vom synthetischen Pinselreiniger.

    3. Darauf hatte ich ja schon hingewiesen (wobei unter Kunstmalern durchaus auch noch echtes Terpentin verwendet wird). Das macht es allerdings nicht besser:
      „Obwohl oft angenommen wird, dass alles, was aus der Natur stammt, weniger schädlich als chemisch hergestellte Produkte ist, muss an dieser Stelle betont werden, dass Terpentinöl schädlicher ist als Terpentinersatz, Augen und Haut stärker reizt und mehr Überempfindlichkeiten (Allergie) auslöst. Im Prinzip können beide Lösungsmittel verwendet werden, um Farbe zu verdünnen und Pinsel zu reinigen, aber es ist im Zusammenhang mit der Verdunstung und der damit einhergehenden Luftverschmutzung ratsam, in jedem Fall Terpentinersatz für die Reinigung des Materials zu benutzen.“
      https://www.royaltalens.com/de-de/information/farbzusammensetzung/loesungsmittel/terpentinersatz-und-terpentin/
      Und ehe jemand über die Quelle motzt: Das stammt von einem Anbieter, der sowohl Terpentinersatz (also Benzin) als auch natürliches Terpentin verkauft.

  3. Hallo,
    ist sicherlich erschreckend was hier im Namen der Wissenschaft betrieben wird, wir sollen bitte aber eines nicht vergessen. Die Wissenschaft selbst, bzw. die Vertreter, in dem Fall die Mediziner, tragen große Schuld an diese Entwicklung. Nicht zuletzt die entarteten sozialen, infrastrukturellen und regierenden Strukturen sind für diese traurige Entwicklung verantwortlich. Wir erinnern uns, vor ca. 30 Jahren war der Arzt, noch, die absolute Autorität in Sachen Gesundheit/ Krankheit…
    Was ist passiert seitdem? Die Ärzte haben nicht verstanden das ihr Beruf ein Dienstleistungsberuf ist und so haben sie, zurecht, ihren Status als wissenden Personen verloren.
    Wenn jemanden heute schwer erkrankt, setzt er zuerst seine ganze Hoffnung in den behandelnden Ärzten. Die traurige Wahrheit ist aber, unser Gesundheitssystem und die darin agierenden Akteure /Ärzte sind heute gar nicht mehr in der Lage ernsthafte Krankheitsbilder zu behandeln. Es fehlt denen zuerst an Wissen, Motivation und finanzieller Anreiz.
    Sollen wir uns deshalb wundern das immer mehr gewissenlose Scharlatane die Situation derart ausnutzen?
    Als ich vor Jahrzehnte plötzlich schwer erkrankte und auf einem Schlag, von heute auf Morgen sozusagen, mit 7 schweren chronischen Krankheitsbilder diagnostiziert wurde, setzte ich meine ganze Hoffnung in den Ärzten. Bereits Anfang der 90-er Jahren war schon der Zug abgefahren. Anstatt Lichtblicke in Richtung Stabilisierung der Lebensqualität zu erhaschen, sah mich mit weitern diagnostizierten Chronischen Krankheiten konfrontiert, die Zahl liegt mittlerweile bei 14 + Kapitalkrankheit.
    Habe selbstverständlich versucht mir anders zu helfen. Ja, ich habe alles was diese Scharlatane anbieten ausprobiert. Von Petroleum bis MMS und vieles mehr. Hat alles selbstverständlich nichts gebracht, bzw. mir schon den so bin zu der Erkenntnis angelangt das ich mich auf einen viel gefährlicheren Weg befand als vorher.
    Es gibt viele Sorten Menschen die solch ein Unsinn für bare Münze kaufen. Die verweilten, die ahnungslosen und die unsicheren, die solch Propheten geradezu suchen.
    Anhänger werden Scharlatane immer haben. Es gibt sogar solch dreiste, die seit Jahren behaupten, Krebs wäre innerhalb Wochen heilbar. Man sollte nur die hunderten Kommentare unter deren Videos auf youtube lesen, das nenne ich wirklich erschreckend.
    Es gilt deshalb, aus meiner Sicht, zu überlegen wie die breite Masse aufzuklären wäre, wenn schon was dagegen getan werden soll.
    Gruß

    1. Vielen Dank, und alles Gute beim weiteren Umgang mit Ihren gesundheitlichen Herausforderungen.
      Ich stimme in vielen Punkten zu – man darf allerdings denke ich eins nicht vergessen: Vor 30 Jahren waren Ärzte auch einfach deshalb eine absolute Autorität, weil Patienten viel weniger Möglichkeiten hatten, sich selbst zu informieren. Kein Arzt, vor allem kein Hausarzt, kann zu jeder einzelnen Krankheit all das Wissen haben, was sich ein interessierter und medienkompetenter Betroffener, gerade bei chronischen Krankheiten zum Teil über Jahre, aus entsprechenden Portalen und Fachforen aneignen kann. Die nächste Frage ist, ob ein solcher informierter Patient dann vom Arzt auch ernst genommen wird.
      Dummerweise fällt es aber auch noch vielen Patienten auf den ersten Blick schwer, den Unterschied zwischen Onmeda und Netdoktor (die ganz sicher auch ihre Mängel haben) und Seiten wie Zentrum der Gesundheit oder gesund.ch zu erkennen…
      Einfache Antworten, wie man da „die breite Masse“ aufklären kann, gibt es denke ich nicht. Es bleibt ein dickes Brett zu bohren, jeden Tag wieder.

  4. Herr Dr Dr Probst besitzt zwei Doktortitet und des Weiteren mehr praktisches und theoretische Wissen als der Autor des Artikels, scheint mir.
    Keinerlei saubere und fundierte Argumentation kann ich dem Artikel entnehmen.
    Wieder ein gekränkter Mediziner auf dem falschen Weg, der versucht seine Denkweise als die einzige und richtige darzustellen

    1. Da kann ich dem Kommentator wohl nur zu seiner grandiosen Rechercheleistung hinsichtlich meiner Person gratulieren.
      Allerdings möchte ich betonen, dass meine Einschätzung von Herrn Probsts Kompetenz immerhin die großzügige Interpretation seines Verhaltens ist. Ansonsten müsste ich ja annehmen, dass er seinen Patienten absichtlich Schaden zufügt…

    2. Hallo, M. Eng Simon,

      da kann ich Ihnen grundsätzlich nur beipflichten.
      Der Autor des Textes ist wohl nicht mal Arzt, sondern Physiker (wie Dr. Probst zusätzlich (!) auch).
      Da weiß man natürlich alles besser.
      Erfahrungen mit Patienten hat er sa sicherlich auch keine.

    3. Wer und was der Autor des Textes ist, finden Sie, was Sie bestimmt überraschen wird, ganz oben unter „Der Autor“.

    1. Sie scheinen mir die Milchsäure mit ihrem Anion, dem Lactat zu verwechseln; eine in der Medizin offenbar recht verbreitete kleine Schlamperei. Eine Säure besteht aber aus Anion und H+, weshalb ich da nichts zu korrigieren sehe.
      Zu sagen, eine Übersäuerung in einem Muskel entstünde durch H+, ist ungefähr so, als sagte man, Dunkelheit entstünde durch Mangel an Licht. Ein Überschuss an H+ im Muskel ist eine Übersäuerung, und die Ursache der Übersäuerung (also des H+-Überschusses) ist das Entstehen von Milchsäure.

  5. Dr Probst ist Klasse und wenn die Schulmedizin was taugen würde wären die Wartezimmer nicht so voll. Ich nehme es schon Jahre lang und fühle mich super. Danke Dr Probst schade das die heutigen Ärzte kein Intresse an Heilung mehr haben man kann ja schon froh sein wenn man von den aroganten Götter in weiß gegrüßt wird…..
    Empfehle das YouTube Video Dr Probst spricht erneut Klartext

    1. In der Tat. Bei einem normal begabten Menschen mit einer gewissen naturwissenschaftlichen Grundbildung verursacht das Video eine deutliche Tendenz zu schmerzhaften Krampfanfällen, aber wenn man ganz viel Langeweile hat und sich tatsächlich auf einen Einblick in Probsts irrsinnige Gedankenwelt einlassen will, ist das das richtige.

    2. Das Grundproblem der Medizin ist leider, dass sie, wie alle Wissenschaften, weit davon entfernt ist, „alles“ zu wissen (diesen Stand werden wir sowieso nie erreichen), der nicht-Mediziner aber im Normalfall erst über seine existentiellsten Problemen (Leben und Gesundheit) mit ihr in Kontakt kommt.

      Was Probst und Leute seines Schlags machen ist, die Gegenposition einnehmen: Sie wissen alles und haben sogar nicht nur ein „Universalheilmittel“, sondern sogar einen ganzen Köcher davon (MMS, Schwefel, Petroleum….). Sie spielen bewusst mit den Ängsten gerade auch der Gesunden und reden ihnen sogar Krankheiten ein („Die Symptome einer langsam entstandenen Übersäuerung sind vielfältig und nicht sehr spezifisch“-da wird jedes Zwicken zum Vorboten des Todes). Jede Kritik (eine der fundamentalen Triebfedern der Wissenschaft) an ihren Dogmen lehnen sie dabei kategorisch ab und kontern diese (im besten Fall) mit unhaltbaren „Fakten“ (ihren „alternative facts“) oder reinen Allgemeinplätzen, meistens jedoch durch ad-hominem a la „die Pharma- und Ärztemafia profitiert davon, die Patienten krank zu halten oder zu machen“. Ironischerweise häufig noch unter Verweis auf tote Autoritäten, während sie sich selbst als Autoritätenstürmer gerieren. Kommt dann auch zu pass, dass sich Paracelsus und Genossen eh nicht mehr wehren können und die Quellenlage häufig so dünn ist, dass man ihnen alles unterschieben kann. Oder es wird Rosinenpickerei betrieben. Wie Probst mit seiner Schwefelkur: Die lässt sich ja gut vermarkten. Anders als das von Paracelsus auch so hoch geschätzte Quecksilber: Dessen Toxizität ist immerhin Allgemeinwissen.

      Für ernsthaft erkrankten Patienten (und auch dessen Angehörige) ist das Wissen um die Begrenztheit heutigen Wissens natürlich nicht tröstlich, wenn eine Therapie nicht wie erhofft anschlägt oder die Ursache von Symptomen selbst nicht erkannt wird. Dann haben die Alles-Wisser wie Probst (oder auch nur der Scharlatan um’s Eck) leichtes Spiel. Weil es menschlich ist, einem einfachen, wenn auch falschen, Versprechen zu glauben, wenn die Alternative weder einfach noch leicht verständlich ist.

    3. Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe mir erlaubt, den Kommentar hinten um zwei Sätze zu kürzen, weil ich hier ungern den Vorwurf einer Straftat im Raum stehen lassen möchte, die im Zweifelsfall nicht beweisbar ist, weil man ja niemandem in den Kopf gucken kann.
      Angesichts der Tatsache, dass Probst sich mit seinen Aktivitäten auch selbst nicht immer nur einen Gefallen getan hat, bin ich auch ganz persönlich tatsächlich geneigt, davon auszugehen, dass er sein bizarres Gedankenkonstrukt tatsächlich selbst glaubt.

  6. Ja, war vielleicht besser, die letzten beiden Sätze weg zu lassen.
    Ich vermute auch, dass Probst seine eigenen Märchen glaubt. Das macht es in meinen Augen aber nicht unbedingt besser. Immerhin ist der Mann vom Fach. Es sollte einem zu denken geben, wenn man plötzlich alleine gegen fast alle anderen Fachleute steht. Zwar wird Wahrheit nicht über Mehrheiten entschieden. Er sollte aber gelernt haben, wie Wissenschaft funktioniert und daher seinen eigenen Eingebungen entsprechend skeptisch gegenüber stehen und seinen Fachkollegen auch Gründe geben, sich mit seinen Postulaten näher beschäftigen zu müssen. „Schon Paracelsus…“ ist da etwas schwach als Argument. Daher ist meine Vermutung: Es kommt ein guter Schuß Eitelkeit und wohl auch Narzissmus dazu, die einen dann dazu bringt, von den eigenen Eingebungen trunken zu werden.

    Nehmen wir Hamer: Seine Entwicklung zum Scharlatan fing mit einer persönlichen Katastrophe (Tod seines Sohnes durch Schußverletzung) und kurz darauf erfolgter Erkrankung (Hodenkrebs) an. Beides hat er dann per schönstem Fehl- (post hoc ergo…) und Analogieschluß (Sohn tot-Hoden krank) miteinander verknüpft und dann so lange gesucht, bis er sogar den objektiven „Nachweis“ der „Hamer-Herde“ führen konnte. Wie gesagt: Persönlich kann ich nachvollziehen, dass man von zwei solch kurz aufeinander folgenden Schicksalsschlägen aus der Bahn geworfen wird. Dass man aber in der Folge noch nicht einmal durch Tote in der Folge des eigenen Handelns dazu gebracht wird, die zu Grunde liegenden Überzeugungen zu überdenken, obwohl man schon ganz zu Beginn damit konfrontiert wurde, dass der „Nachweis“ der „Herde“ nur ein Artefakt ist: Das kann ich nur als Folge von extremem Narzissmus oder sogar einer psychischen Erkrankung sehen (ich bin übrigens weder Mediziner noch Wissenschaftler).

  7. Ich finde es nicht sehr zielführend für Patienten und auch für Ärzte, hier herumzukritisieren. Auch Ärzte sind Patienten im System und erfahren früher oder später den Fall, der nach ihren Hochmut kommt. Wenig Ärzte sind wahrhaft suchende, sowie Dr. Probst. Urteilen sollte niemand. Mir hat er das Leben wiedergegeben. Seine Darstellungen im Video sind eine Variante, die mich weitergebracht hat. Jeder Mensch ist einzigartig und sollte das Recht und die Kraft haben seinen Weg zu gehen und sich nicht den Fallpauschalen und Richtlinien für medizinische Versorgungsleistungen unterwerfen müssen. Das macht die Menschen nicht gesünder, sondern ganze Völker immer kranker.

    1. Ich kritisiere hier nicht herum, ich weise auf einige sehr einfache Tatsachen hin, die ein halbwegs seriöser Arzt einfach wissen und berücksichtigen müsste.
      Die wichtigste davon ist: Einige der Dinge, die dieser Probst empfiehlt sind schlicht lebensgefährlich.

  8. Das Verschlucken von Petroleum, Terpentinöl oder Benzin ist akut lebensgefährlich, denn kleine Menge flüssiger Kohlenwasserstoffe, die in die Lunge gelangen, können eine tödliche Lungenentzündung verursachen. Daher müssen diese Stoffe mit dem Warnhinweis H304 „Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein“ gekennzeichnet werden.
    Wer so etwas empfiehlt, handelt gemeingefährlich und gehört zum Schutz der Bevölkerung aus dem Verkehr gezogen.

  9. Ich weise vorsichtshalber darauf hin, dass ich Kommentare, in denen selbstverletzendes oder selbstgefährdendes Verhalten angekündigt, angedroht oder bewogen wird, nicht öffentlich stellen werde.
    Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Selbsttötung, klassisches selbstverletzendes Verhalten wie Ritzen, die Einnahme gefährlicher Substanzen oder die Nichteinnahme lebenswichtiger Medikamente geht. Es ist bekannt, dass bespielsweise Diskussionen über geplante Selbstmorde in Onlineforen dazu beigetragen haben, Nachahmer zu animieren, und ich möchte nicht, dass meine Seite jemandes Tod oder schwere gesundheitliche Schäden herbeiführt.
    Wenn Sie das Bedürfnis haben, mich zu einem dieser Themen zu kontaktieren, schreiben Sie mich gerne persönlich an, oder hinterlassen Sie eine echte Mailadresse, unter der ich Sie erreichen kann, zu ihrem entsprechenden Kommentar, den ich dann aber nicht freischalten werde. Mehr als meine ehrliche Meinung und einen laienhaften Versuch, einen kompetenten Ansprechpartner zu empfehlen, kann ich allerdings nicht versprechen.
    Tatsächliche Suizidankündigungen muss ich selbstverständlich auch der Polizei melden.

  10. Ich möchte mich für Ihre kompetente Aufarbeitung einiger Thesen von Herrn Dr. Probst bedanken. Viele dieser aufgestellten Thesen werden recht plakativ und vereinfacht von Ihm in Szene gesetzt, haben aber den Charme einer gewissen Logik zu folgen.
    Das trifft auch auf die WGA-Weizen These zu, die mich bis heute noch sehr beunruhigt : http://jodsensibel.info/files/jod_ws_probst_wga.pdf
    Mich würde sehr Interessieren, was Sie aus fachlicher Sicht zu diesen Aussagen von Herrn Dr. Probst sagen.
    Ich freue mich auf Ihr Feedback

    1. Dafür bin ich definitiv kein Fachmann.
      Ich kann Ihnen nur sagen, dass zu wirklich ausnahmslos allen Themen, zu denen ich fachlich etwas sagen kann, Herr Probst völlig absurden hanebüchenen Unsinn verbreitet und ich beim besten Willen keine Veranlassung sehe, ausgerechnet bei diesem einen Thema anzunehmen, dass es da anders sein sollte.

    2. Hallo Jürgen,

      glauben Sie, ein Physiker mit Nebenfach Meteorologie wäre der richtige Fachmann für Ihre Fragen?
      Nicht jeder Dr. ist ein Mediziner!
      Ich finde es irreführend, anmaßend und auch sehr bedenklich, wenn man kein Arzt ist, aber den Eindruck – wenn auch nur indirekt – erweckt.
      Woher bezieht so jemand seine medizinische Qualifikation?

    3. Interessant, als Antwort auf einen Kommentar von mir, dass ich kein medizinischer Fachmann bin, zu schreiben, ich würde den Eindruck erwecken, ich sei medizinischer Fachmann. Lesen Sie das, was Sie da kommentieren, vorher?
      Herr Probst schreibt aber entlarvenderweise eben auch über Physik, die er ja auch studiert haben will. Das muss allerdings in Hogwarts gewesen sein, denn der Unsinn, den er dazu behauptet, geht auf keine Kuhhaut.

  11. Wenn man mit offenen Augen durch das Leben geht sollte eigentlich jeder sehen was sich draußen in den angeblich wissenschaftlich zugelassenen Anwendungen von Arzneimitteln abspielt. Ärztehäuser schießen wie Pilze aus der Erde, Altenheime und Pflegepersonal, das alles noch vor 30 Jahren undenkbar…Ich gebe zu das ich nur noch den Ärzten vertraue die mich nach einem Unfall wieder zusammen flicken..Allgemeinmedizin davon halte ich mich eher fern. Jeder Gang zu Arzt verkürzt das Leben..Um wie viel ist von Patient zu Patient unterschiedlich…Ich rede dabei von Leben und nicht von existieren..So sieht es aus…Aber auch Ärzte werden krank und Probst ist nicht der einzige der , der Schulmedizin den Rücken kehrt…In jeden steckt ein Fünkchen Wahrheit..das zu erkennen liegt aber nicht jedem. Bei allem was man macht..Ist die Menge das Gift.

    1. In der Tat, in den 70er Jahren, als Herr Probst sich medizinisches Wissen hätte angeeignet haben sollen, das er, falls er jemals welches besessen hat, offenbar vollständig verdrängt hat, gab es in Deutschland sehr viel weniger Bedarf für Altenpflege als heute. Der Grund ist einfach: Es gab sehr viel weniger alte Menschen, weil die einfach rechtzeitig gestorben sind. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer lag 1975 bei 68 Jahren und nicht wie heute bei 79 Jahren, und der Grund für diese dramatische Verbesserung ist schlicht die moderne Medizin. Falls Sie das nicht als Verbesserung sehen, bleibt es Ihnen von mir aus unbenommen, auch früher abzutreten.

  12. Wenn Sie kein Fachmann sind, Herr Dr. Hümmler,
    warum tun und schreiben Sie denn dann in Ihren Ausführungen und Urteilen in einer Art und Weise, als wären Sie ein solcher?
    Wie vielen Menschen haben Sie eigentlich schon geholfen mit Ihrer Skepsis – im Gegensatz zu Herrn Dr. Probst,
    der doch im Internet „erstaunlicherweise“ viel positives Feedback bekommt?
    Grau ist alle Theorie und überhaupt: Alles ist gefährlich, was Sie einnehmen können.
    Die Dosis macht das Gift, wusste doch schon Paracelsus …
    Es gibt sicherlich ein bisschen mehr zwischen Himmel und Erd‘ als die Schulweisheit uns lehrt…

    1. Haben Sie irgendwelche inhaltlichen Punkte zu meinen Erklärungen zu kritisieren? Ich äußere mich zu naturwissenschaftlichen Themen; alles andere ist mit Quellen sauber belegt. So arbeitet man wissenschaftlich, ganz unabhängig vom Fach.
      Und ja, Herr Probst ist Arzt, leider wohl immer noch approbiert – und das ist ein Skandal.

  13. sehr geehrter Herr Autor . Danke für Ihr Engagement, dieses gilt es zu respektieren .
    Ich habe ihrem Artikel aber leider keine überzeugenden sachlichen Fakten gegen dr . Probst, bzw dessen Methoden entnehmen können . Dies hätte mich gefreut .
    Es erweckt den Anschein , dass dem Autor des Textes Neid innewohnt und eventuell auch ein Sturm und Drang Aspekt . Die Fakten sind objektiv betrachtet , auf Seiten und zu Gunsten von dr dr Probst . Der Autor soll bitte fundierter recherchieren und mehr in die Tiefe lernen um Herrn Probst in selbiger begegnen zu können . Evtl . Übersehe ich aber auch etwas . Mfg

    1. In Bezug auf jemanden wie Probst von Neid zu sprechen, hat schon einen gewissen realsatirischen Unterhaltungswert… Respekt.
      Aber das mit den Fakten finde ich spannend. Von welchen Fakten reden Sie da?

  14. Ich bin kein Arzt und auch kein Doktor der Physik . Lediglich interessiert mich die Methode der „Entgiftung „ und ferner interessiere ich mich für das pro und Kontra der spezifischen „Probst Methode „.
    Ich habe für mich abschließend leider keinen finalen Aufschluss erhalten . Soll ich ihren sehr guten Fakten glauben schenken , oder den Hunderten begeisterten Erfahrungsberichten weltweit ?! Placebo Effekt ? Psychogene Heilung ? Fake news ? Gekaufte Rezessionen ? Wer weiß ?!….
    Ich bedanke mich aber bei Ihnen Herr dr. Gero Hümmler , dass Sie , bei aller für mich empfundenen Vermischung der privaten Person und der Wissenschaftlichen Arbeit von dr Probst , , den wissenschaftlichen advocatus diaboli spielen . Das ist nicht hoch genug anzurechnen! Es ist sehr wichtig heutzutage wache und kritische Geister wie Sie zu haben ! Bravo !-
    Auch wenn ich mir zu ihrer enormen Intelligenz und ihrer hevorragenden wissenschaftlichen Arbeit etwas mehr Zugriff auf ihren Humor und ihr Herz wünsche . Ihr Herz , das sicherlich ebenso stark und schön ist , wie ihr intellekt .
    ( und ja , natürlich steht mir dieser Wunsch nicht zu , da ich Sie durch ein paar arbeiten nicht kennen oder „bewerten „ kann ) Alles Liebe und Mit freundlichen Grüßen

    1. Also, was meinen Humor angeht, finde ich, dass es hier im Blog an sich viel zu Lachen gibt – nur bei Leuten wie Probst bleibt einem eben manchmal das Lachen im Hals stecken, und man kann eigentlich nur noch wütend sein.
      Was mein Herz angeht, sofern sie nicht gerade den Muskel meinen: Was mich dazu antreibt, meine Feierabende in dieses Projekt zu investieren, ist einfach die Hoffnung, durch solide dokumentierte und pointiert dargestellte Informationen ein kleines bisschen darauf hinzuwirken, dass vielleicht irgendwo ein paar Menschen weniger durch Scharlatanerie, Pseudowissenschaft, Quacksalberei, Aberglauben und Verschwörungstheorien zu Schaden kommen. Das passiert leider viel zu oft, sei es, dass kranke Menschen Angst vor lebensnotwendigen Therapien eingeredet bekommen, zum Teil sogar eigentlich gesunde Menschen Gifte wie Petroleum oder Chlorbleiche in sich hineinstopfen, Kinder wegen ausgelassenen Impfungen elend verrecken, alte oder verzweifelte Menschen ihre letzten Ersparnisse für Schalatanerieprodukte von Spinnern oder Betrügern ausgeben oder dass Menschen sich wegen absurder Verschwörungsideologien gegenseitig umbringen oder Extremisten an die Macht bringen, die das für sie tun.
      Sich damit auseinanderzusetzen, ist manchmal eine mühevolle Aufgabe, und man hat oft das Gefühl, dass man nicht viel damit erreicht, aber jede Zuschrift „ich spreche doch erst nochmal mit meinem Arzt“, jeder Anruf „ja, ich werde mir die 1800 Euro sparen“ ist es wert.

    2. Eine Zusammenfassung, warum eine Ansammlung von „Erfolgsberichten“ (insbesondere wenn man keine Informationen zu den Misserfolgen hat) für die Beurteilung medizinischer Verfahren absolut null Aussagekraft hat und wie man trotz der notorischen Unzuverlässigkeit von Informationen über einzelne Patienten in Patientenstudien doch passabel gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse bekommen kann, findet sich zum Beispiel hier zum Nachhören: http://nachgefragt-podcast.de/2018/06/14/ngf014-was-ist-evidenzbasierte-medizin/

  15. Liebe Mitleser,

    dies ist nur meine persönliche Erfahrung. Und ich glaube, daß es gewiss auch positive Bsp. gibt. Nur auch negative sollten Gehör finden. Leider hat mich Krankheit und Verzweiflung zu dem Schwefelversuch geführt. Meine Ursprungssymptome haben sich derart verschlechtert, dass ich eine 3/4 Jahr lange erfolgreiche Therapie (auch alternativmedizinisch) komplett auf „Null gesetzt habe“. Nur in Kurzversion! Ich bin Akademiker und im Leben zumindest bauernschlau. Ich kann selbst nicht verstehen, wessen geistes Kindes mich dazu getrieben hat.

  16. Guten Tag Herr Dr. Holm Gero Hümmler,
    gibt es einen Grund, das sich über Jahrhunderte hinweg in Europa eine Trink- und Badekultur mit zum Teil schwefelhaltigem Wasser entwickelt hat?
    (Kurkliniken, Thermalbäder, Trinkhallen)

    1. Zur Geschichte der europäischen Badekultur müssen Sie leider jemand anderen fragen.
      Ich kann hier lediglich ein grundlegendes naturwissenschaftliches Missverständnis aufklären. In Heilwasser enthalten ist nicht elementarer Schwefel, wie ihn Probst vermarktet, sondern Sulfationen. Sulfate stehen zu Schwefel exakt im gleichen Verhältnis wie Kochsalz zu Chlor, und wenn Sie dehydriert sind und Ihnen Salz fehlt, würde ich Ihnen auch nicht empfehlen, Chlorgas zu inhalieren.
      Inwieweit es unbedingt notwendig ist, sie dem Körper noch extra zuzuführen, erscheint mir allerdings auch für Sulfate zweifelhaft. Wenn Sie online nach „Sulfatmangel“ suchen, finden Sie neben dem Hinweis, dass das bei normaler Ernährung eigentlich nie auftritt, vor allem Werbeseiten der Mineralwasserabfüller, die Sulfat zum Beispiel als „Verdauungshilfe“ vermarkten (https://www.heilwasser.com/deutsch/inhaltsstoffe_die_gut_tun/sulfat.html). Das Attraktive an sulfathaltigen Wässern dürfte aber eher woanders liegen: Wenn Sie sich ansehen, welche Mineral- und Heilwässer viel Sulfat enthalten (spontan fallen mir da Heppinger und St. Gero ein), dann enthalten diese in der Regel auch viel Magnesium – und Magnesiummangel kann bei unausgewogener Ernährung durchaus ein Problem sein.
      Mit elementarem Schwefel hat das aber alles nichts zu tun.

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