Aufklären über Verschwörungsmythen im Mondlandungshype

Die letzten paar Tage waren ein bisschen verrückt, nicht nur für mich, sondern wohl für jeden, der sich in Deutschland schon mal ausführlicher zu Verschwörungsglauben geäußert hat. Heute ist die erste bemannte Mondlandung genau 50 Jahre her, und plötzlich waren die Behauptungen, die sechs Apollo-Landungen seien in Wirklichkeit auf der Erde inszeniert worden, wieder überall in den Medien. Die Vertreter solcher Behauptungen kamen dabei selbst eher selten vor, was unter anderem damit zusammenhängen dürfte, dass viele, die zumindest in Deutschland solche Thesen aktiv verbreiten, auch noch ganz andere, ziemlich menscheinfeindliche Vorstellungen auf ihrer Agenda haben, so dass man ihnen vielleicht nicht unnötig ein Forum bieten will. Dafür liefen bei uns Skeptikern die Telefone heiß, und offensichtlich waren vor allem Fernsehjournalisten von dem ja erst seit 50 Jahren feststehenden Termin völlig überrumpelt worden und fingen gestern früh an, fieberhaft Interviewpartner für die Abendnachrichten zu suchen.

Dafür freut es mich besonders, dass die GWUP es, in einem nächtlichen Kraftakt unseres Filmgenies Stanley Kubrick Andreas Weimann, geschafft hat, pünktlich heute das Video meines Vortrags zur Mondlandung beim diesjährigen Skeptical in Augsburg vorzustellen. Der Vortrag ist eine deutlich kürzere Version als der, den ich in Wien gehalten habe. Von dort soll es demnächst auch noch ein Video mit der vollen Dosis geben.

Der Vortrag hat mir großen Spaß gemacht, was man glaube ich erahnen kann, und ich finde auch die Filmumsetzung hervorragend gelungen. Die eigens bestellte Jacke hat ihren Zweck auch erfüllt, würde ich sagen.

Dass sich bei mir in den letzten Tagen die Anfragen gehäuft haben, kann auch an dem Spiegel-Online-Interview „Vom ersten Tag an gab es Zweifler“ vom Donnerstag liegen, das mir auch große Freude gemacht hatte – bis auf die letzte Frage jedenfalls. Müssen diese Journalisten das Buch denn auch noch so genau lesen…?

Auf jeden Fall hörenwert finde ich auch das Live-Interview auf radioeins von gestern Nachmittag. Lebendig und ein bisschen frech geführt, aber durchaus mit etwas Tiefe. Ich muss zugeben, dass ich eher wenig Radio höre, aber vom Verhältnis des Aufwands, den man als Interviewgast hat, zu dem, was man am Ende rüberbringt, ist es deutlich angenehmer als Fernsehen.

Das war mir auch schon bei dem halbstündigen Interview in hr iNFO im Juni aufgefallen, das der HR gestern einfach nochmal ausgestrahlt hat.

Als ich gestern nach der Zuschaltung bei radioeins in Frankfurt aus dem Studio kam, ging es draußen vor der Tür gleich weiter. Nach einem kurzen Statement für die WELT/Sat1-Nachrichten kam ein Team von RTL für einen Beitrag im Nachtjournal (in der Sendung ab Minute 9:47), den ich durchaus empfehlen kann, weil darin sogar Zeit war, auf einige Argumente einzugehen.

Und wenn sich der Hype um die Mondlandung dann langsam wieder gelegt hat, gibt es hier auch wieder richtigen Quantenquark, versprochen.

Zu Verschwörungsmythen gibt es auch was auf die Ohren – und im ORF-TV

Wer bei dem Titel schon die Ankündigung für das nächste Hörbuch erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Konkrete Pläne dafür gibt es beim Verschwörungsmythen-Buch bislang nicht, wobei ich entsprechende Anregungen (die ich auch schon bekommen habe) natürlich gerne an den Verlag weitergebe.

Allerdings bin ich in letzter Zeit doch ziemlich häufig zum Thema des neuen Buchs im Radio zu hören gewesen, und zum Teil sind die betreffenden Interviews auch noch online verfügbar und werden das möglicherweise noch eine Weile bleiben. Da ich immer wieder darauf angesprochen werde, möchte ich hier kurz ein paar entsprechende Links zusammenstellen. Die Inhalte der Interviews sind naheliegenderweise nicht überschneidungsfrei. Es lohnt sich also wahrscheinlich nicht, alle hintereinander durchzuhören. Ich versuche daher hier, zu den einzelnen Gesprächen jeweils ein paar Stichpunkte zu geben.

Am 29.4. ging es im Deutschlandfunk in der Magazinsendung Corso vor allem um politische Implikationen des Verschwörungsglaubens und die Zusammenhänge mit politischem Extremismus. In der Sendung selbst lief eine gekürzte Fassung, aber auf der Seite des Senders kann man die vollen 13 Minuten anhören. Da hatten wir dann auch Zeit, zum Beispiel über die Frage zu sprechen, warum ich den Begriff „Verschwörungstheorie“ nicht so sehr mag:

https://www.deutschlandfunk.de/wissenschaft-versus-wahn-warum-wir-gerne-an-mythen-glauben.807.de.html?dram:article_id=447419

Am 31.5. berichtete der Bayerische Rundfunk auf B5 aktuell über die Skepkon in Augsburg, und im Rahmen dieser Berichterstattung kam ich auch zu Wort. Dafür, dass die Interviews mitten im geschäftigen Treiben des SkepKon-Foyers geführt wurden, war die Tonqualität überraschend gut, was ich im Moment nicht mehr nachvollziehen kann, weil der Audiotrack zumindest für mich momentan nicht mehr abrufbar ist. Auf der Seite sind aber die wichtigsten Punkte des eher kurzen Beitrags zusammengefasst, wobei die Bemerkung des Korrespondenten Andreas Herz über meine Körperhaltung erfreulicherweise entfallen und nur mein nicht minder nerdiges T-Shirt übrig gelieben ist:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/chemtrails-und-co-kampf-gegen-verschwoerungsmythen-in-augsburg,RS1MO86

Am nächsten Morgen, 1.6., musste ich dann früh aufstehen, um schon um 7.35 Uhr in einem Studio des BR live mit Deutschlandfunk Kultur sprechen zu können. In dem Gespräch mit Shali Anwar ging es tatsächlich länger um die Themen des Buchs und darum, wie man bestimmte Verschwörungsbehauptungen auch inhaltlich prüfen kann. Dabei kamen vor allem Chemtrails und der 11. September zur Sprache. Auf der Seite zur Sendung kann man nicht nur (oben rechts) die kompletten acht Minuten abspielen, sondern das Gespräch ist auch transkribiert, was ich als Leser immer sehr angenehm finde, weil ich Informationen (jedenfalls am Computer) selbst lieber in meinem Tempo lese, als mir per Audiotrack oder Video einen festgelegtem Zeitrahmen vorgeben zu lassen:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/chemtrails-9-11-und-co-wie-man-verschwoerungstheorien.1008.de.html?dram:article_id=450282

Ich ergänze diesen Punkt ein paar Tage nach Erscheinen des Posts noch der Vollständigkeit halber, weil mir entgangen war, dass es dieses Interview auch online gibt: Am 7.6. beim rbb Inforadio, dieses Mal schwerpunktmäßig zur Mondlandung. Ich musste ausnahmsweise mal nicht ins Studio, aber man hört der Tonqualität natürlich schon an, dass das übers Telephon aufgenommen ist:

https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/wissenswerte/201906/07/340314.html

Am 17.6. war ich dann (dank der Kooperation zwischen den Sendern aus einem SWR-Studio in Mainz) live auf dem Schlagersender Bayern plus zu hören. Zum Glück (für die Hörer) musste ich nicht singen. Mit der Musik zwischen den zwei dreiminütigen Interviewblöcken und der chronisch bestens gelaunten Moderatorin Petra Mentner war das für mich ein etwas skurriles Erlebnis, aber zusammengeschnitten (und ohne Axel Fischer dazwischen) ist ein sehr nettes kleines Interview dabei herausgekommen, in dem es vor allem um die Mondlandung und die Flacherdler geht:

https://www.br.de/radio/bayern-plus/sendungen/der-vormittag/verschwoerungsmythen-interview-100.html

Eine ganz andere Art Radiointerview gibt es am 26. Juni um 19.35 Uhr in hr-iNFO zu hören, wobei noch mehrere Wiederholungen am Wochenende 29./30. Juni und eventuell im Juli nochmal in der Nähe des Jahrestags der Mondlandung geplant sind. Redakteur Christoph Scheffer (den ich so endlich auch einmal sehen konnte, nachdem ich seine Stimme seit Jahren kenne – schließlich höre ich selbst, wenn ich Radio höre, meist hr-iNFO) konnte sich dafür tatsächlich eine halbe Stunde Sendezeit nehmen. So ist ein viel persönlicheres Interview herausgekommen, in dem er mir auch noch Dinge aus der Nase gezogen hat, die ich eigentlich gar nicht erzählen wollte. Außerdem hätte ich nie erwartet, im Radio einen Aluhut falten zu müssen, aber dank Sebastian Bartoschek wusste ich tatsächlich noch einigermaßen, wie das geht.

Das Ergebnis kann man auch als Podcast auf der Seite des hr anhören:

https://www.hr-inforadio.de/podcast/das-interview/holm-gero-huemmler—physiker-und-skeptiker,podcast-episode-49452.html

Das werde ich wahrscheinlich auch tun müssen, denn am Abend der Erstausstrahlung bin ich ja in Gießen und spreche zusammen mit Oliver Debus im Ulenspiegel über „Apollo aus Hollywood? Waren die Mondlandungen nur vorgetäuscht?“.

Fernsehen gibt es eventuell auch noch; allerdings weiß ich noch nicht, in welchem Umfang ich dann tatsächlich darin vorkomme.  Rund um meinen Vortrag über die Mondlandung bei Skeptics in the Pub Wien am 18.6. hat ein Team des ORF zunächst einmal den Wiener Regionalgruppensprecher und Astronomen Stefan Uttenthaler interviewt und anschließend den Vortrag gefilmt. Gesendet werden soll das in einer Dokumentation in der Sendereihe „Menschen und Mächte“, in der es um den Einfluss des Mondes und nicht primär um Verschwörungsmythen gehen soll. Mein Vortrag spielt dabei also sicher eher eine Nebenrolle. Gesendet werden soll es am 18. Juli ab 21:05 Uhr in ORF2. Wer lieber meinen ganzen Vortrag aus Wien sehen will, sollte die Gelegenheit auch bekommen, weil die Wiener Freunde wieder einen Mitschnitt erstellt haben, der, fertig bearbeitet, auf Youtube zu sehen sein soll.

Das eine oder andere wird in nächster Zeit sicherlich auch in den Medien noch kommen. Vorträge sind Richtung Herbst konkret in Planung (aber noch nicht verlinkbar angekündigt) in Hofheim, Dornbirn und Mannheim, sowie eventuell in Friedberg/Hessen. Ich werde rechtzeitig auf die genauen Termine hinweisen, zumindest über die Facebookseite, wenn nicht hier im Blog. Danach freue ich mich immer über ein nettes Gespräch – schaut einfach vorbei.

New Videos: Relative Quantum Nonsense and my Talk on Fringe Physicist Burkhard Heim

I’ll soon be back with articles that have more new content to offer, and I’ll switch back to German, but as I primarily want to link to videos and two of them are in English, here’s a post in English, for a change. It’ll be short, so most of my German readers should have no problem with that.

With the recent shortage of articles here, which is mostly owed to a new book project, I would like to point out some videos of talks I recently gave.

I am extremely grateful for the opportunity to talk at the Ratio Science Forum in Sofia in June this year. Great venue, great other speakers to hear and to hang out with, amazing organization. Here is the video of my talk, which is basically a 45 minute introduction to quantum nonsense and how to avoid being fooled by it.

Please check out the Ratio Science Forum talks by biologist Steven LeComber on Maths Murder and Malaria and by astrophysicist Maggie Lieu on The Dark Universe in the Eyes of Euclid, too.

If you don’t want to invest 45 minutes, there is a 30 minute talk with a somewhat similar focus (but without the the theory of relativity, for example) from the 2017 European Skeptics‘ Congress in Wroclaw.

I also gave a bite-sized talk at the English Einstein Slam in Berlin in March 2018, but apparently, there is no video online for that, so my only general ten minute science slam talk on quantum nonsense you can see online is in German, from the Dresden Einstein Slam in 2017:

I already linked to my science slam talk on biophotons in a previous article.

A video that would have been important to me because it was on a topic I don’t often talk about and on which there really isn’t much skeptical material available, from SkepKon 2017, was unfortunately lost due to technical difficulties. Therefore, I thank Andi Weimann and the Kortizes-Institute in Nuremburg for giving us the chance to re-record it and finally get it on youtube. It is about the German post-war fringe physicist Burkhard Heim, whose theories are still popular with UFO, alt med and conspiracy theory believers to this day, even outside Germany. There is a segment on Heim in my book, too, but with the full evening I had at the planetarium in Nuremberg, the talk my be even more in-depth than that. If you understand German, listen to it; it may not be as funny as my other talks, but it is a touching story about a man seriously trying to contribute to science but always hampered by his physical handicaps. His life is made even more tragic by the esoterical nonsense Heim’s incompetent admirers have woven around him and the business they’re making off him after his death.

Ganz kurz: Quantenquark zweimal geslamt

Da ich voraussichtlich noch bis zum Sommer eher selten zu längeren Beiträgen kommen werde, an dieser Stelle erst mal zwei Terminhinweise für Kurzentschlossene aus Mittelfranken oder dem Großraum Berlin (und natürlich für die Teilnehmer der Frühjahrstagungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft DPG).

Ich werde Quantenquark mal wieder als kleines Worst-Of im Science-Slam-Format (auf 10 Minuten komprimiert, pointiert, etwas anzüglich und dem Format geschuldet zwangsläufig ein bisschen albern) präsentieren, und zwar in diesem Frühjahr gleich zweimal kurz hintereinander. Veranstalter der Einstein-Slams ist wieder die junge DPG.

Erlangen: Dienstag, 6. März, 20 Uhr, Audimax der Friedrich-Alexander-Universität, Bismarckstraße 1

 

Berlin: Montag, 12. März, 20 Uhr, Urania, An der Urania 17, ein paar Schritte von der U-Bahn-Station Wittenbergplatz.

Damit bin ich also dieses Mal gleich auf zwei der vier DPG-Frühjahrstagungen vertreten – und natürlich treffen sich gerade die drei Fachgruppen, an denen ich aus früherer oder aktueller Tätigkeit interessiert bin (Hadronen und Kerne, Teilchenphysik sowie Industrie und Wirtschaft), auf den beiden anderen Konferenzen.

Inhaltlich verrate ich wohl nicht zu viel, wenn ich schon mal ankündige, dass in meinem Vortrag Walter Thurner wieder seinen Verstand ausschalten darf, und auch die „Unternehmensphysiker“ sind einfach zu schön, um sie wegzulassen. Ich habe aber auch ein paar schöne neue Fundstücke dabei.

Nachdem ich bis jetzt bei den Einstein Slams in Dresden Erster und in Münster Letzter geworden bin, bin ich schon sehr gespannt, was das Publikum in Erlangen und Berlin zum Quantenquark sagt…

Quantenquark in English – My „Relative Quantum Nonsense“ Talk at the European Skeptics Congress

For those who have approached me about material and statements on quantum nonsense in English, unfortunately, I still have nothing quotable in print. I hope to be able to offer some form of the Quantenquark book in English, but if that works, it won’t be anytime soon.

Therefore, I am quite happy that the organizers of the 2017 European Skeptics Congress in Wroclaw now have the videos of all the conference presentations online. That means that now there is also a professional video of my talk there, which I am happy to share. It should at least provide something to link to in online discussions.

I would also like to thank the wonderful (and wonderfully practical) Susan Gerbic for already posting a bootleg-style video of the same talk on Facebook in mid-October. I have been able to use that video in a couple of discussions, and it has saved me some explanations that might have been tedious had there been the need to write them down instead of just linking to her video. I’m still glad I now have the official video for this page, mostly because the direct connection to the conference audio makes it easier to understand.

Although I have pointed this out here earlier, for English-speaking readers (and listeners) who want to hear some more about quantum nonsense and my views on that, it might be interesting to check out the interview the European Skeptics‘ Podcast did with me: Episode #084, feat. Holm Gero Hümmler.

I have been writing this article in English, simply because the video might be interesting for some people not usually following my blog. I have actually done that once before, in that case as a translation of an original German article about Swiss-Hawaiian pseudophysicist Nassim Haramein, which brings me to a new question: What do I do if an English version of the book actually starts to materialize? I could switch the blog to English, write all the articles in two languages (no, I couldn’t, not unless days are somehow extended to 36 hours), or I could start a new blog and accept gradually neglecting this one. Maybe I could… well, suggestions are welcome.

 

Relativer Quantenquark live in Köln

In den vergangenen Monaten habe ich mich ja bei öffentlichen Vorträgen zum Thema Quantenquark meist auf einzelne Teilaspekte konzentriert. Das ist letztlich kaum vermeidbar, wenn man zum Beispiel bei einem Science Slam nur 10 Minuten Zeit hat. Bei den Freunden von Skeptics in the Pub in Köln hatten ich hingegen einmal wieder die Bühne für mich und konnte mit etwas mehr Tiefe auf unterschiedliche Aspekte von Quantenunsinn und falscher Relativität eingehen. Ich hatte sogar einmal wieder Zeit, wenigstens die Grundzüge der richtigen Relativitätstheorie und Quantenmechanik anzusprechen. Von der Idee her ist der Vortrag relativ ähnlich zu meinem allerersten Quantenquark-Vortrag aus Frankfurt, mit dem dieser Blog und das Buch ihren Anfang genommen haben und der oben unter „Die Seite“ verlinkt ist. Tatsächlich haben sich meine Gedanken zu diesem Thema seit Anfang 2015 natürlich weiterentwickelt, und daher freut es mich sehr, dass auch von diesem Auftritt ein Video existiert:

Das penetrante Product Placement unten rechts ist übrigens reine Absicht… Zu meinem Bühnenhabitus kann ich mich nur entschuldigen und sagen, ja, es war heiß, und beim nächsten Mal ziehe ich wieder etwas korrekter ein Sakko an – da bewegt man sich eben doch anders.

Da ich hinterher darauf angesprochen wurde, sei noch der Hinweis erlaubt, die Folie mit den drei Autos bei Minute 10 ist korrekt, nur mein Kommentar dazu war möglicherweise falsch zu verstehen. Der Sportwagen, der jeden Beobachter, unabhängig von dessen Geschwindigkeit, mit gleichem Geschwindigkeitsunterschied überholt, der also für jeden eine andere absolute Geschwindigkeit haben muss, ist natürlich als Gegenstand unseres Alltags unmöglich. Genau so verhält sich aber das Licht. Die korrekte Einleitung dazu wäre also gewesen: „Wenn das Licht ein Sportwagen wäre, dann verhielte es sich so wie dieser – nämlich völlig absurd.“

Natürlich freue ich mich auch weiterhin über Anregungen und kritische Kommentare, und natürlich auf über Einladungen, das Thema auch andernorts einmal live vorzustellen.

 

Quantenquark zum Hören – im Radio, in Köln und in Breslau

Manchmal kann man sich auch als online-grantelnder Quarkkritiker mal einfach freuen. Das habe ich zum Beispiel getan, als ich vorhin darauf hingewiesen wurde, dass das „Relativer Quantenquark“-Buch als Buchtipp in der heutigen Sendung „Wissenschaft im Brennpunkt“ des Deutschlandfunks besprochen wurde. Den Audiostream des Beitrags kann man aktuell hier in der Mediathek anhören. „Ein fundiertes, kritisches und gut geschriebenes Buch, das viele Leser verdient.“ Da kann ich dem Autor des Radiobeitrags, Ralf Krauter, nur für die Blumen danken.

Wer etwas Ausführlicheres über Quantenquark hören möchte, und das auch noch live, dem sei Skeptics in the Pub in Köln am 4.7. empfohlen. Bei den Kölner Skeptikern im Herbrand’s habe ich die Gelegenheit, nicht nur das Absurdeste aus der Welt des Quantenquarks zu präsentieren, sondern auch die Grundideen der modernen Physik, genauer gesagt der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik, kurz darzustellen. Damit sollte ein wenig deutlicher werden, wie man den Unterschied zwischen echter Physik und Quantenquark erkennt.

Der dritte Grund, mich zu freuen und mich in dem Fall wirklich extrem geehrt zu fühlen, ist der European Skeptics‘ Congress vom 22. bis 24. September in Breslau (mit Vorprogramm in Prag am 21.). Es fängt damit an, dass ich an meinem Geburtstag, dem 22., mit Leo Igwe und Sanal Edamaruku zwei Skeptiker wiedersehen werde, die ich unglaublich bewundere, weil sie unter schwierigsten Bedingungen für Wissenschaft und kritisches Denken eingetreten sind und schließlich ihre Heimatländer verlassen  mussten. Leo Igwe wurde 2011 in Nigeria von Polizisten eingesperrt und geschlagen, als er versuchte, ein achtjähriges Mädchen zu retten, das als angebliche Hexe verfolgt worden war. Später im gleichen Jahr zog er mit einem Forschungsstipendium über Hexenglauben in Afrika nach Bamberg. Sanal Edamaruku musste 2012 aus Indien nach Finnland fliehen, weil ihm wegen „Verletzung religiöser Gefühle“ eine Gefängnisstrafe drohte. Er hatte herausgefunden, dass von einem „weinenden“ Kruzifix in einer katholischen Kirche einfach Wasser aus einem defekten Abwasserrohr heruntertropfe. Mein Geburtstagsgeschenk bekomme ich dann zwei Tage später, wenn ich das Quantenquark-Thema erstmals auf einer internationalen Konferenz vorstellen kann – und zwar in einer Session – und anschließend in einer gemeinsamen Diskussionsrunde – mit drei skeptischen Schwergewichten (das sind alle drei nur im bildlichen Sinne): Der Chefredakteurin des Skeptic Magazine, Deborah Hyde, dem italienischen Journalisten und skeptischen Ermittler Massimo Polidoro und mit James The Amazing Randi, seines Zeichens ehemaliger Star-Magier und heutige Skeptiker-Ikone, portraitiert im preisgekrönten Dokumentarfilm „An Honest Liar“.

Ich weiß noch nicht so recht, was ich bei solchen Diskussionspartnern zum Thema paranormaler Ermittlungen eigentlich beitragen soll, aber erst mal freue ich mir, wie man so schön sagt, ein Loch in den Bauch.

Quantenquark bei der Deutschen Physikalischen Gesellschaft!

Nein, kein Grund für einen Shitstorm. Die altehrwürdige Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) hat sich nicht plötzlich der Verbreitung quantisierten Unsinns verschrieben. Vielmehr habe ich die Gelegenheit, bei den Frühjahrstagungen der DPG gleich zweimal das Thema Quantenquark vorzustellen und so vielleicht ein paar mehr Fachkollegen dafür zu sensibilisieren, was da so alles als angebliche Physik verbreitet wird. Bislang scheint vielen, auch innerhalb der DPG, das nicht wirklich bewusst zu sein, jedenfalls nicht als gesellschaftliches Problem. Dieses Bewusstsein wäre wichtig, denn letztlich ist es ein Problem, das man nur angehen kann, wenn man selbst ein bisschen Ahnung von Physik hat. Erfreulicherweise hatte ich ja schon vor zwei Jahren die Gelegenheit, im Editorial des Physik-Jounals (das alle DPG-Mitglieder kostenlos erhalten) ein paar deutliche Worte zu sagen… naja, vielleicht nicht so deutlich, wie ich das hier tue.

Der erste Vortrag ist schon diesen Mittwoch, auf der Frühjahrstagung der Sektion Materie und Kosmos in Bremen. Dabei trifft sich auch die Arbeitsgruppe Philosophie der DPG, und dort spreche ich darüber, wie Quantenquark durch verunglückte Wissenschatskommunikation gefördert wird.

Eine große Rolle in meinem Bremer Vortrag spielt vor allem die Vermischung von Wissenschaftskommunikation und PR. Es freut mich sehr, dass sich mit Anton Zeilinger kürzlich jemand sehr deutlich dazu positioniert hat, in dessen Themengebieten da meines Erachtens besonders viel schiefläuft. Zeilinger selbst wird regelmäßig und gegen seinen ausdrücklichen Willen von Homöopathen, Quantenheilern und anderen Quarkproduzenten als Kronzeuge herangezogen.

Die Tagung dauert von heute bis zum 17. März und findet statt in der Universität Bremen, Bibliotheksstraße 1. Ich bin am Mittwoch, 15.3., um 17 Uhr an der Reihe, und der Raum wird vom Eingang der Tagung entsprechend beschildert sein (eine DPG-Tagung insgesamt ist an einer Uni in der Regel nicht zu übersehen). Da sich die Veranstaltung an ein Fachpublikum richtet, ist sie leider nicht ganz billig: Das Tagesticket kostet für Nichtmitglieder 130 Euro. Immerhin können Bremer Studierende (keine Doktoranden) und eintägig auch alle Lehrer kostenlos teilnehmen.

Für alle kostenlos ist die zweite Veranstaltung, der Einstein Slam der jungen DPG auf der Frühjahrstagung in Dresden, am 21.3., 20 Uhr im Audimax der TU Dresden, Bergstraße 64.

Da habe ich natürlich nur zehn Minuten, aber das soll für manche Zuhörer ja den Unterhaltungswert noch steigern. Unter dem Titel „Allerlei Quantenquark“ werde ich dort so eine Art „Worst of“ vorstellen. Ob ich da unbedingt den Goldenen Albert gewinnen muss, weiß ich nicht – Siegervorträge bei Science Slams enthalten mir persönlich oft schon zu viel Klamauk. Unterhaltungswert hat Quantenquark aber auf alle Fälle, und falls Sie mich erst mal als Slammer gesehen haben wollen, bevor Sie sich überlegen, ob Sie da hingehen, empfehle ich meinen Vortrag über Biophotonen vom Frankfurter Science Slam zur Luminale, der in diesem Artikel verlinkt ist. Auf die Gelegenheit, auch das Thema Quantenquark mal vor einem richtig großen Publikum live vorzustellen, freue ich mich ganz besonders. Und natürlich freue ich mich auch über jeden Blog-Leser, der dort vorbeischaut und mich nach der Veranstaltung mal anspricht.

Neues Vortragsvideo über Chemtrails, und gibt es auch Quantenchemtrails?

Ganz aktuell kann ich ein neues Video von einem meiner Vorträge melden: Seit heute ist „Chemtrails – Weltverschwörung oder Wetterphänomen?“ von Prof. Dr. Martin U. Schmidt (vom Institut für Anorganische u. Analytische Chemie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt) und mir online. Den Vortrag haben wir erst vorgestern im Club Voltaire in Frankfurt gehalten – danke an Dragan Pavlovic fürs Filmen und für die wahnsinnig schnelle Bearbeitung.

Zum gleichen Thema existiert auch noch ein älteres Video von mir bei Skeptics in the Pub aus Wien.

Eigentlich sollte man meinen, dass die Chemtrails-Verschwörungstheorie, also die Behauptung, dass von Verkehrsflugzeugen massenhaft und gezielt Chemikalien versprüht werden, um uns alle zu vergiften, mit Quantenquark gar nichts zu tun hat. Folglich würde das Vortragsvideo genau genommen überhaupt nicht hierher gehören. Das sehen einige Chemtrailgläubige allerdings anders.

Somit bestätigen sie einmal wieder mein erstes Gesetz vom Quantenquark: Man kann aus praktisch jedem esoterischen Quark Quantenquark machen, indem man einfach „Quanten-“ davorsetzt. Die Quantenhomöopathie hatten wir hier ja schon, aber es gibt zum Beispiel auch die Quantenakupunktur, Quantenyoga, Quantenastrologie, Quanten-Feng-Shui und so weiter. Warum also nicht auch Quantenchemtrails?

Auf der Seite des Urgroßvaters aller Chemtrailschwurbler, Jeff Rense, ist schon seit 2005 zu lesen, dass die Chemikalien aus Chemtrails mittels des quantenmechanischen Tunneleffekts auch in verschlossene Glasgefäße eindringen können. „Nachgewiesen“ hat das Renses Kollege James Neff am Geschmack von Lebensmitteln, die er über Nacht auf der Terrasse stehen hatte.

Einen anderen Zugang zum Thema hat die deutsche Seite detox-quantum.com, die gerade im Moment nicht erreichbar zu sein scheint. Dank des Google Caches kann man die zum Teil recht aktuellen Inhalte aber ansehen. Dort findet man allerlei Unsinn über Detoxen, also das angebliche Entgiften seines Körpers. Tatsächlich hat man genau zu diesem Zweck eine Leber und zwei Nieren, und wenn die das nicht mehr hinbekommen, braucht man keine Zwiebeln und keine grünen Smoothies, sondern schlicht und einfach entweder eine Transplantation oder regelmäßig eine Dialyse. Laut detox-quantum soll man sich aber trotzdem entgiften, und zwar unter anderem wegen der ganzen Gifte aus den Chemtrails. Stellt sich immer noch die Frage, was hat das außer dem Namen mit Quanten zu tun? Nun, die gleiche Autorin, Angelika Schlinger, verbreitet in diesem Kontext auch noch die absurde These, unsere Erwartungen würden durch irgendwelche quantenmechanischen Effekte den Zufall steuern. So eine Art „Bestellungen ans Universum“ (wozu es ein wunderbares Buch von Hugo Egon Balder gibt) in Form von Quantenquark also. Letztlich sind das einfach einmal wieder falsche Schlussfolgerungen aus dem so unglücklich benannten „Beobachtereffekt„. Das begründet Frau Schlinger mit dem berühmten Gedankenexperiment mit Schrödingers Katze, das sie ganz offensichtlich nicht mal in Ansätzen verstanden hat. Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit Schrödingers gründlich missratenem Beispiel und dem Unsinn, der darum herum entstanden ist, muss ich auf mein demnächst erscheinendes Buch verweisen. Das erfordert etwas Hintergrund und mehr Platz, als in einem Blogartikel zur Verfügung steht. Besonders lustig ist Frau Schlingers Behauptung, Schrödinger hätte dank seines Katzenbeispiels den Nobelpreis erhalten. Das wäre in der Tat eine spannende quantenphysikalische Verletzung der Kausalität – wenn es nicht einfach falsch wäre. Schrödinger hat sein Gedankenexperiment mit der unseligen Katze nämlich 1935 aufgestellt, zwei Jahre nachdem er den Nobelpreis bekommen hatte, und zwar zusammen mit Paul Dirac für die Formulierung der Quantenphysik in Form von Wellen. „Quantenmechanik ist echt cool,“ findet Frau Schlinger. Da kann ich ihr nur zustimmen und ihr empfehlen, mal etwas darüber zu lernen.

Etwas weniger abstrus ist die Behauptung der deutschen Uralt-Chemtrailseite chemtrails-info.de, Chemtrails würden uns Lichtquanten vorenthalten. Nun gibt es zwar keine Chemtrails, aber die Kondensstreifen von Flugzeugen reflektieren natürlich Sonnenlicht ins All, wie jede andere Wolke auch. Damit wirken ganz normale Kondensstreifen auch tatsächlich von ganz alleine der globalen Erwärmung etwas entgegen, wobei der zusätzliche Treibhauseffekt durch das von den Flugzeugen emittierte Kohlendioxid langfristig überwiegen dürfte, denn das bleibt ja in der Atmosphäre, nachdem sich der Kondensstreifen schon lange aufgelöst hat. Absurd wird es dann erst mit der Behauptung, man könne das so fehlende Sonnenlicht ersetzen, indem man Lichtessenzen oder Lichtglobuli zu sich nimmt, die im Gegensatz zu echten Medikamenten eine hohe Konzentration an Lichtquanten enthielten. Lichtquanten sind… nun, eben Licht; die kann man nicht irgendwo einschließen, weil sie sich eben mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Und wenn etwas Lichtquanten emittiert, dann erkennt man das sehr einfach, nämlich daran, dass es leuchtet. Wenn Sie also der Meinung sind, dass Ihnen Lichtquanten fehlen (was sowohl psychisch als auch körperlich ja durchaus denkbar ist, gerade in dieser Jahreszeit), dann gehen Sie raus ins Tageslicht oder schalten Sie das Licht an!

Sehr bizarrer Quantenquark in  Bezug auf Chemtrails findet sich auch in einer amerikanischen Diskussionsgruppe zu Morgellons. Patienten mit Morgellons bemerken Fasern, die in oder unter ihrer Haut wachsen und allerlei Beschwerden auslösen, was sie in vielen Fällen auf Chemtrails zurückführen. Dummerweise kann niemand außer den Patienten selbst diese Fasern sehen, weshalb diese Krankheit in der Regel eher Psychiater als Hautärzte beschäftigt. Der Patient CrystalRiver überlegt sich in diesem Forum eine Hypothese warum die Medizin die Existenz dieser Fasern nicht anerkennt: Wenn irgendwannn niemand mehr an die Morgellons glaubt, dürften diese ja nach der Quantenphysik auch nicht mehr existieren. Damit scheinen sich seine Vorstellungen von Physik etwa auf dem Niveau von Frau Schlingers Wunsch-Bullshit zu bewegen.

Mit dem Stichwort „Fasern“ sind wir dann auch schon bei der wohl bedeutendsten Informationsquelle deutschsprachiger Chemtrailgläubiger: sauberer-himmel.de. Dort wird über eine Luftmessung aus der US-Großstadt Phoenix berichtet, in der sich in den Filtern Fasern niedergeschlagen hatten, die im Mikroskop verdächtig nach Textilfasern aus Kleidung, Teppichen oder Ähnlichem aussehen. Dazu wird eine angebliche Analyse aus einem nicht genannten Labor mit etwas abenteuerlichen Ergebnissen genannt.

„Radioaktives Natriumjodid“ – wer meint, messen zu können, dass das Natriumjodid (und nicht etwa irgendetwas anderes auf dem Filter) radioaktiv ist, müsste das Spektrum der Strahlung gemessen haben und müsste daher auch in der Lage sein, anzugeben, welches Isotop des Natriums oder des Jods denn da strahlen soll. Da weder Jod noch Natrium natürliche radioaktive Isotope haben, müssten die ja in einem Labor künstlich erzeugt worden sein – ziemlich viel Aufwand, wenn man bedenkt, dass das Ergebnis chemisch immer noch ein recht gewöhnliches Salz ist (im Jodsalz zum Kochen wird eher Natrium- oder Kaliumjodat zugesetzt). Und wie andere anorganische Salze auch bildet es eckige Kristalle und keine Fasern – und schon gar keine violetten. Das hier ist Natriumjodid (Bild vom Datenblatt beim Seilnacht-Verlag.

Für mich sehen die Bilder bei Sauberer Himmel so aus, als hätte da jemand seinen Hausstaub mit einem Klebestreifen aufgesammelt und dann durch ein Schülermikroskop aufgenommen.

Über diese „Messungen“ lässt sich dann auf Sauberer Himmel Harald Kautz-Vella aus. Nur so zur Einordnung – Kautz-Vella glaubt auch an ein schwarzes Öl, das Intelligenz und ein Bewusstsein hat und auf der Thule-Insel von Außerirdischen gefördert wird.

Kautz-Vella hält die Staubfasern aus Phoenix für Quantenpunkte. Quantenpunkte sind nichts weiter als Stellen innerhalb einer Kristallstruktur, in denen viele Atome so angeordnet sind, dass dort quantenmechanische Effekte auftreten, wie man sie sonst eher aus einem einzelnen Atom oder Molekül kennt. Das hat ein paar interessante Anwendungen in der Halbleitertechnik, in Displays (moderne Fernseher haben zum Teil Quantum Dot Displays) oder als extrem teurer Spezialfarbstoff für Laboranwendungen. Nur mit Fasern haben Quantenpunkte eben gar nichts zu tun. Warum jemand auf die Idee kommen sollte, einen solchen teuren Farbstoff als Chemtrail sinnlos in der Atmosphäre zu versprühen, kann sich allerdings nicht einmal Herr Kautz-Vella selbst erklären.

Fast schon sympatisch ist mir da die Argumentation des „Denke anders Blogs“. Die Autoren dort behaupten zwar den gleichen Unsinn wie Frau Schlinger, dass Realität nach der Quantenmechanik durch unsere Gedanken entstünde und entsprechend beeinflusst werden könnte, aber ihre Schlussfolgerung ist interessant: Chemtrails sind Projektionen des Unterbewussten und existieren nur, weil so viele Menschen an sie glauben. Das ist zwar noch nicht ganz die Einsicht, dass es sich bei den Chemikalienstreifen schlicht um Einbildung handelt, aber es ist schon ziemlich nahe daran.

Zwei Vortragstermine – relativ quantenfrei

Nachdem in letzter Zeit das Thema Quantenquark doch einen sehr bedeutenden Teil meines skeptischen Denkens und Schreibens ausgemacht hat, ist es bei meinen Vortragsthemen momentan noch eher anders. Immerhin, bei den Aktionstagen gegen geistige Brandstiftung in Gießen durfte ich jemanden quantenheilen. Ansonsten geht es aber momentan meist eher um Verschwörungstheorien oder um braune Esoterik, wenn ich irgendwo zum Mikro greife. Das habe ich mir nur zum Teil so ausgesucht – die Aktionstage waren ja angesichts des in Gießen angekündigten Verschwörungstheoretiker-Kongresses sozusagen unvermeidlich. Aber auch für Freunde des gepflegten Quantenunsinns habe ich bald wieder Vorträge in Vorbereitung, einmal im März bei der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Bremen (es muss doch möglich sein, ein paar mehr Physiker auf das Thema aufmerksam zu machen) und natürlich bei der SkepKon in Berlin (dieses Mal Ende April und nicht wie sonst an Himmelfahrt).

Bei meinen ganz aktuellen Vorträgen steht aber das Thema der rechten Esoterik im Vordergrund, wobei mit „rechts“ nicht bürgerlich gemeint ist, sondern antisemitisch, rassistisch, autoritär und was man sonst noch mit einem Umfeld assoziiert, das auch gerne als „braun“ bezeichnet wird. Los geht es gleich diese Woche, passenderweise am Freitag dem 13., in Marburg, auf Einladung der Antifa-Bildungsinitiative und des AStA. Da darf ich zu meiner großen Freude mal wieder mit dem Physikerkollegen Sebastian Schmalz auftreten, dessen wahnsinnig unterhaltsame Vorträge ich ebenso empfehlen kann die fundierten und differenzierten Analysen auf seinem Blog Nullius in Verba.


Der zweite Termin ist am 30. Januar bei Skeptics in the Pub in Hamburg, 19.30 im Haus 73, Schulterblatt 73, im Herzen des Schanzenviertels.

Einen früheren Vortrag zum gleichen Thema von mir gibt es vom vergangenen Jahr aus Köln auch im Internet anzusehen, wobei aus dieser Szene zur Zeit natürlich regelmäßig etwas Neues dazukommt.

Das Thema „rechte Esoterik“ trifft sicherlich den Nerv der Zeit, aber was hat es eigentlich mit Quantenquark zu tun? Bei genauerem Hinsehen mehr als man denkt, und das wiederum hängt eng mit der Kernthese meiner Vorträge zu diesem Thema zusammen: Zur rechten Esoterik gehört so viel mehr als Jan Hanussen, Neuschwabenland und angebliche okkulte Rituale der SS.

Und genau dazu folgt in den nächsten Tagen ein weiterer Artikel unter dem Titel:

Quantenquark und braune Sauce